2010 14.06.2010

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"Salvete discipuli discipulaeque! " – "Salve magister! " So einfach fing vor vier Jahren der Lateinunterricht an. Hätten wir wohl damals gedacht, dass wir heute, am 15. Juni 2010 im Ratsgymnasium in Bielefeld auf der Bühne stehen und einen 3. Preis für unsere Leistungen im Bundeswettbewerb Fremdsprachen Latein entgegennehmen würden, und das auf Landesebene? Wahrscheinlich eher nicht, doch wir haben es geschafft und uns gegen 651 andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus NRW durchgesetzt.
Natürlich wurden wir in unserer Vorbereitung auf den Latein-Contest unterstützt, und zwar durch Bis(s). Allerdings sind nicht die Bücher von Stephenie Meyer gemeint, wir sind ja keine Vampire, sondern das BISS-Projekt, welches sich an "Besonders Interessierte Schülerinnen und Schüler" richtet. Biss brauchten wir nämlich, um uns doch fast vampirmäßig durch die wochenlange intensive Vorbereitung zu beißen und die Ansprüche unseres engagierten Magisters Goretzki zu erfüllen. Er paukte mit uns römische Geschichte, vor allem die abenteuerlichen Irrfahrten des Äneas, geschrieben von Vergil, welche erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem von Homer verfassten Epos "Die Odyssee" aufweisen… Plagium est?
Weiterhin machten wir uns mit allerlei lateinischen Stilmitteln bekannt, die solch klangvolle Namen wie "Enallagé" oder "Polysyndeton" haben. Texte zu übersetzen gehörte für uns schon zum Standardprogramm, doch wir bekamen es in der Vorbereitung und auch im Wettbewerb mit Schriftstücken zu tun, die die im Unterricht für so manchen ohnehin schon hoch gelegte Messlatte an Schwierigkeit noch um einiges übertrafen.
Der Wettbewerb, der am 21. Januar 2010 im Michaelskloster in Paderborn stattfand, war in unserem Fall offenbar eine recht exklusive Veranstaltung, denn außer uns vier "BISSigen" gab es keine weiteren Latein-Teilnehmer (eine besser besuchte zweite Veranstaltung wurde parallel wohl am Theodorianum abgehalten).
Wir wurden vor verschiedene Aufgaben gestellt, unter anderem mussten wir einen lateinischen Text über Dido und Äneas übersetzen, verschiedenen römischen Personen Eigenschaften zuordnen, Lückentexte füllen und den deutschen Ursprung lateinischer Sprichwörter finden. Ein exotischer Wettbewerbspart war das "Hörverstehen". Uns wurde ein lateinischer Text vorgelesen und wir mussten bei verschiedenen Aussagen ankreuzen, ob diese richtig oder falsch waren.
Monate des Wartens auf die Ergebnisse vergingen. Die erfreuliche Nachricht, dass zwei von uns zur Preisverleihung nach Bielefeld eingeladen waren, erfüllte uns mit ordentlich "Superbia" (Stolz). Das alterwürdige Ratsgymnasium gab den perfekten Rahmen für die überaus feierliche, aber etwas redenlastige Veranstaltung, die von der Lateinfachschaft hingebungsvoll bis ins letzte Detail gestaltet war.
Für uns gab es tolle Buchpreise und sehr dekorative Urkunden.
Summa summarum, wir empfehlen dem Latein-Nachwuchs unserer Schule Nachahmung!

   
Bild

Das Ratsgymnasium in Bielefeld, direkt an der Kunsthalle

   

Text und Foto: Sophie Freudenberg

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