2002 Latein-Film belegt Platz 2 beim Bundesfremdsprachenwettbewerb NRW 24.06.2002

Latein-Film belegt Platz 2
beim Bundesfremdsprachenwettbewerb NRW

Barbara Hesse (Vulcanus, Drehbuch, Übersetzung), Manuel Henke (Jupiter), Hanna Lisa Haferkamp (Europa, Drehbuch), Tobias Böger (Filmschnitt), Annika Wening (Raumpflegerin, Drehbuch), Julia Polster (Klavier) und Fabian Rickhof (Alexander),  eingerahmt von Herrn Balthasar und Herrn Gödde

Auch in diesem Jahr ist das GSN wieder bei der Preisverleihung des Bundesfremdsprachenwett- bewerbs auf der Landesebene NRW vertreten: Nach Englisch und Spanisch diesmal mit einer Produktion in lateinischer Sprache. Der Film Amor in Europa (Liebe in Europa), der Jupiters Geliebte Europa wieder auf den gleichnamigen Kontinent und in die moderne Zeit reisen lässt, wird am 25. Juni 2002 in Hamm mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Ein schöner Erfolg für die kleine BISS-AG aus Lateinschülerinnen und -schülern der Klassen 8, 9 und 10, die in monatelanger Arbeit das Drehbuch schrieben, übersetzten und verfilmten.

Der Film handelt von Europas Sehnsucht nach ein wenig Abwechslung nach der langen Zeit im Himmel, von wo sie dann auch von Jupiter auf ihren Kontinent in die Moderne geschickt wird. Jupiter nämlich liebt Europa über alles, weshalb er ihr auch diesen Herzenswunsch mithilfe eines Wunschrings – eigens von Vulcanus angefertigt – erfüllt. Einen Haken hat dieser Ring jedoch: Nach drei Tagen wird Europa in den Himmel geholt, wenn sie ihn noch trägt. Vulcanus ahnt natürlich, wohin diese Situation führen wird...

Als Europa nun in einer Bibliothek in Paderborn landet, ist sie völlig irritiert, weil sie nichts versteht. Also wünscht sie sich mit dem verbliebenen zweiten Wunsch, dass alle Latein sprechen. Prompt stößt sie – im wahrsten Sinn des Wortes – auf einen jungen Mann, Alexander, der sich sofort in das hübsche Mädchen verliebt. Sie gehen zusammen einkaufen, da Europa in ihrer dünnen Toga entsetzlich friert und verabschieden sich dann.

Europa hat sich ein Hotelzimmer genommen, wo sie dann mit verschiedenen Widrigkeiten wie der neuartigen Make-up-Verpackung und –Verwendung sowie einem Staubsauger kämpfen muss. In einem Nebensaal des Hotels trifft sie schließlich Alexander wieder, der mit seinen Tänzerinnen probt. Er ergreift die Gelegenheit und macht ihr eine Liebeserklärung, indem er ein Lied – Flamma aeterna (besser bekannt als Eternal Flame) – für sie singt. Das frischgebackene Paar macht dann am Ende ein Date aus.

Am nächsten Tag im Park scheint dann alles und jeder überglücklich zu sein – bis Europa daran denkt, dass sie ihren Freund schon am Abend für immer verlassen muss. Sie läuft davon und wirft den Ring in einem Gefühlsausbruch in den Fluss. Glücklicherweise hat sich Alexander auf die Suche nach ihr gemacht und es gibt ein Happyend – sie fallen sich in die Arme und gehen gemeinsam ihrer Wege. Alexander allerdings lüftet nun sein Geheimnis: Er ist in Wirklichkeit Jupiter, der seine geliebte Europa nie mehr loslassen will!

Im Mittelpunkt des Films steht die Gesangsszene, als Alexander Europa eine Liebeserklärung macht. Nach längerem Überlegen stand für uns fest, dass eigentlich nur ein Lied dafür in Frage kommen würde: Eternal Flame bzw. Flamma aeterna


     Eternal Flame

    Flamma aeterna

Close your eyes

Oculos
Give me your hand, Claude, manum
Darling Da mi.
Do you feel my heart beating? Palpitans cor sentisne?
Do you understand?        Intellegisne?
Do you feel the same? Non sentis aeque?
Or am I only dreaming Credo somniare
Is this burning Flagrante corde
An eternal Flame? Flamma aeterna?

I believe

Fati te
It’s meant to be  Donum puto, cum te
I watch you when you are sleeping Dormientem observo
You belong to me  Certe mea es.
Do you feel the same Non sentis aeque?
Or am I only dreaming Credo somniare
But is this burning Flagrante corde
An eternal flame? Flamma aeterna

Say my name

Voca me,
Sun shines through the rain Lucet sol per imbres,
Of all life so lonely Tota vita vana.
Now come and ease the pain Veni, lenias dolorem -
I don’t want to lose this feeling!  Nolo labi hunc amorem!

Etwas problematisch war die Suche nach passenden Drehorten, weil wir im Januar und Februar drehen mussten. Schließlich fanden wir dann doch geeignete Plätze in der Landesgartenschau, in der Aula und in der Schlossbibliothek. Immer wieder allerdings machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, sei es mit Regen, Wind oder – was sehr schlimm war – Kälte. Teilweise konnte man unseren Text nicht mehr verstehen, weil unser Zähnegeklapper ihn übertönte...

Mit einem geliehenen Camcorder verlief denn dann auch das Filmen relativ problemlos, wenn wir uns auch die Ausrüstung selber besorgen mussten... Das Drehen insgesamt hat sehr viel Spaß gemacht (nicht zuletzt, weil wir dafür schulfrei bekamen!) und wir haben ziemlich viel über die Technik, Lichtverhältnisse und Tonbeschaffenheit gelernt.

In den letzten Tagen vor Einsendeschluss hing der ganze Film an einem seidenen Faden, weil die Sicherung der riesigen Datenmengen mehrfach fehlschlug und erst kurz vor Ablauf der Frist gelang.

Aufbauend auf den Erfahrung dieses Jahres wird die Gruppe es vielleicht wagen, nächstes Jahr noch einmal mit einem im Umfang beschränkteren und im Detail ausgefeilteren Werk anzutreten – eventuell sogar im Mehrsprachenwettbewerb, bei dem alle in der Schule unterrichteten Sprachen in ein Stück eingebaut werden können.


Text:
Gestaltung: 

Hanna Lisa Haferkamp u. Stefan Balthasar
Stefan Balthasar