2011 Salome 18.03.2011

Banner

Jochnaan: "Zurück, Tochter Babylons! Durch das Weib kam das Übel in die Welt."

Freie Theatergruppe von Schülern und Studenten inszeniert und präsentiert in einer denkwürdigen Aufführung in der Aula des GSN das Drama Oscar Wilde: Salome

Gewagt, strange, antik, grenzwertig, beachtlich - so die ersten Reaktionen eines irritierten Publikums, erleichtert, dass das blutige Geschehen auf der Bühne ein Ende genommen hat, beeindruckt, wie junge Schauspieler ein interessiertes Publikum so in ihren Bann schlagen können.

   
Plakat
   

"Man töte dieses Weib!" skandiert Herodes am Ende, des grausamen Treibens müde. Salome, seine Stieftochter hatte sich in Jochanaan (Johannes der Täufer) leidenschaftlich verliebt, war aber von dem Propheten abgewiesen worden. Nach ihrem faszinierenden und betörenden "Tanz der sieben Schleier" darf sich die hübsche Salome von Herodes einen Wunsch erfüllen lassen. Und sie fordert – grausam in ihrer verletzten Eifersucht - den Kopf von Jochanaan, der für kurze Zeit mit nahezu seherischen Worten seiner Zisterne, dem Ort seiner Gefangenschaft, entsteigt. Im Blutrausch und halb wahnsinnig wälzt sich Salome mit dem blutigen Haupt des Propheten am Boden, ehe sie selbst von den Schergen des Herodes ermordet wird.

Fast zwei Stunden antik anmutendes Theater entlassen eine bewegte und geläuterte Zuhörerschaft aus einem tragischen Geschehen. Und wenn nach mehreren "Vorhängen" die Schauspieler sich wieder unter die Menschen mischen, dann sieht man auch ihnen die Erleichterung an, einer Welt der Leidenschaften und Grausamkeiten im Range eines antiken Mythos und eines attischen Theaters entkommen zu sein. Große Anerkennung und zahlreiche Glückwünsche zu der großen schauspielerischen und rhetorischen Leistung unter der Regie von Florian Käune (GSN: Jgst. 13) werden – nun wieder ebenerdig - dem Ensemble aus Schülern und Studenten zuteil.

Vom Gymnasium Schloß Neuhaus wirkten auf der Bühne Florian Käune (alsJochanaan) und Kim Lea Schulte (alsHerodias) sowie Stefan Brackmann mit. Hinter den Kulissen agierten u.a. Christopher McClellan und Oleg Jahnke.

Das der anglo-französischen Décadence zuzurechnende Stück des Skandal umwitterten irischen Schriftstellers Oscar Wilde wurde im Jahr 1894 in Paris uraufgeführt und ist seitdem als Sprechstück und Oper von deutschen und europäischen Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Übrigens gehen alle Einnahmen aus den "Salome"-Aufführungen als Spende an die Pauline-Schule für Blinde und Behinderte.

   

Eindrücke von der Veranstaltung