Kulissenbau für den "Zirkus Zippel Zappel" 08.06.2011

Ein Kunstprojekt in Kooperation
mit dem Chor der Grundschule Heinrich



Kornelia Meding mit dem Grundschulchor, den GSN-Schülern und Florian Käune, der den Chor als Pianist unterstützt

Das alljährliche Konzert des Chores der Grundschule Heinrich ist immer etwas ganz Besonderes: Jedes Jahr vor den Sommerferien entführen die Grundschüler ihre Zuschauer und -hörer in eine fremde Welt - ob es nun ein geheimnisvoller Dachboden, der Weltraum oder ein fremdes Land ist.
Dieses Jahr soll es ein Zirkus sein, den das Publikum bei der 45 minütigen Aufführung betreten soll - von den Grundschülern selbst schnell "Zirkus Zippel Zappel" getauft. Und dieses Mal wird es sich besonders stark gefangen nehmen lassen von dieser Welt.
Denn dieses Jahr holte Kornelia Meding, Leiterin des Chores und kreativer Kopf hinter all den Aufführungen, Unterstützung vom GSN: Mit im Boot waren elf interessierte Schülerinnen (Lakhvir Singh, Angelika Bergen, Laura Bielefeld, Kira Bigalke, Nicole Hauff, Jgst. 10, Alina Jäger, Sara Malik, Sonja Mangan, Viktoria Gladisch, Loreen Roxlau Johanna Deubel, Jgst. 12), die von Frau Mitchell und Frau Arendt von dem Projekt erfuhren, und mit den Grundschülern einen Samstagvormittag intensiv zum Kulissenbau und Kostümenähen verwendeten, bei dem nicht nur die Grundschüler ihren Spaß hatten.

"Ich wollte, dass interessierte Künstlerinnen und Künstler häufiger auch außerhalb der Schule in Erscheinung treten können", erzählte Kornelia Meding vor dem ersten Treffen mit den Interessenten und Frau Arendt in einer großen Pause. Hier stielte sie gleich alle auf ihre Aufgaben ein: "Wir brauchen eine Bühnendekoration, die nicht nur in der Schulaula von St. Heinrich funktioniert, sondern auch ins Seniorenheim St. Bruno getragen werden kann, weil wir auch dort eine Aufführung haben", erklärte sie und zählte auf, was alles für die Zirkusmanege benötigt wird: "Neben dem Zirkuszelt benötigen wir einen Feuerreifen für die Löwen, eine Geige für die Clowns, ein Haus für unsere kleine Zirkusmaus, ein Gewicht für unseren Kraftathleten, einen Zaubertisch und natürlich viel Dekoration".

Eine kleine Vorhut schaute schon vor dem verabredeten Basteltag bei einer Chorprobe in der Aula vorbei, um sich mit den Begebenheiten vertraut zu machen und wurden von den 13 Grundschülern mit viel Freude und Neugier und natürlich ihrem Eröffnungslied empfangen. Ihnen schien die ausgelassene Stimmung der "Kleinen" zu gefallen, welche ihrerseits die "Großen" schnell in ihr Herz schlossen.

Umso erwartungsvoller und aufgeregter kamen die Grundschüler demnach am verabredeten Samstag in die Schule und brachten nach langjähriger Tradition Essen und Getränke mit, die in der Mittagspause zu einem großen Buffet für alle zusammengestellt werden sollten.

Doch bis dahin musste zunächst einiges getan werden: Nachdem Kornelia Meding alle begrüßt hatte, wurden Gruppen eingeteilet, in denen sich jeweils zwei bis drei GSN-Schülerinnen mit drei bis vier Grundschülern einer bestimmten Kulisse widmen sollten. Schnell bildeten sich Teams, die die nächsten fünf Stunden miteinander in kompletter Anleitung der GSN-Schülerinnen arbeiten würden, während Kornelia Meding nur noch hier und da aushalf.

Ein volles Regal mit Werkzeug und Materialien stand zur Verfügung und lies kaum Wünsche offen. Während sich die Grundschüler auf die Arbeit stürzten und die Helfer zunächst organisierend in ihren Gruppen tätig waren, entstand schnell eine harmonische Atmosphäre, in der sich alle wohl fühlten. Schon nach einer halben Stunde trocknete eine Stange für das Gewicht auf dem Schulhof, nebenbei wurde eine alte Kulisse, eine Rakete, zu einem Mäusehaus umfunktioniert (inklusive Türschild), gleichzeitig bemühte sich eine andere Gruppe um eine passable Geigenform. Eine vierte Gruppe schnitt aus großen Pappen einen Feuerreifen aus, der später mit hellen Farben bemalt wurd, andere kümmerten sich wiederum um ein großes Schild für den Eingang, auf dem der Zirkusname zu lesen sein sollte.

In dieser Ausgelassenen Atmosphäre entstand so manche Freundschaft zwischen jung und ganz jung, die Grundschüler entwickelten schnell ein großes Vertrauen zu ihren Helfern, ließen gleichzeitig ihren Ideenreichtum ungemindert auf sie niederprasseln, so dass die Helfer oft gar nicht mehr wussten, welche der vielen Ideen sie denn nun umsetzen sollten. Beide Seiten wurden auf diese Weise schnell zu gleichwertigen Partnern.

Schließlich schaute auch Frau Arendt vorbei, um sich die Arbeit genauer anzusehen. Auch sie legte schnell mit Hand an und war selbst nach einer halben Stunde involviert wie die Schüler selbst. Vor allem beriet sie sich mit einer Helferin, die für die Kostüme ihre Nähmaschine dabei hatte und half ihr beim Aussuchen und Vermessen der Stoffe. Als auch die Grundschüler die große Tüte mit den Stoffen sahen, waren sie schnell dabei, sich selbst die besten Stoffe für ihre Kostüme auszusuchen - und so entstand auch das ein oder andere Kostüm, das im Vorhinein nicht geplant war!

Als nach drei Stunden Arbeit schließlich die Mittagspause angekündigt wurde, waren die Jubelrufe dennoch groß. Die frische Luft und eine kleine Stärkung tat allen gut. Bevor die Schüler nach draußen stürmen konnten, wies Kornelia Meding darauf hin, dass die GSN-Schüler die Verantwortung für ihre jeweiligen Schützlinge hätten: "Die Großen passen auf die Kleinen auf! Und die Kleinen passen auf, dass sich die Großen nicht verlaufen", fügte sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Das Buffet war natürlich kein wirkliches Frühstücksbuffet, es enthielt eben das, was die Grundschüler mitgebracht hatten: Kuchen, Törtchen, Kekse, Gummibärchen, aber auch Käsewürfel und kleine Würstchen, einer brachte sogar belegte Brötchen mit, sodass sich jeder satt essen konnte. Nach einem Gruppenfoto und einem gemeinsamen Spiel ging es wieder ans Werk.

Nach fünf Stunden Arbeit trafen sich schließlich alle erschöpft in der Aula, um sich gegenseitig ihre Ergebnisse zu zeigen. Gespickt mit Farbe an Händen und in Gesichtern, aber stolz und glücklich wurden alle Kinder mit ihren Werken fotografiert und die Werke der anderen bestaunt, bis sie schließlich von ihren Eltern abgeholt wurden.

Bildergalerie

Fotos, Text und Gestaltung: Florian Käune

Schuljahr 2010/2011