Staub, Gregor 26.01.2006

Gedächtnistrainer Staub verblüfft das GSN

Sie rufen »Tschaka, du schaffst es!« und alles wird gut: Motivationstrainer werden oft belächelt Gregor Staub ist nicht so ein Gute-Laune-Onkel. Der Schweizer nennt sich »Gedächtnistrainer«, verspricht Top-Leistung im Eilternpo und besuchte am Donnerstag, den 27. Januar das GSN.
Er selbst sieht sich als aufsteigenden Stern in der Riege der Trainer. Als "Nummer eins in Europa« bezeichnet er sich, hält hochdotierte Vorträge bei Top-Managern und ist ständig präsent in Presse und Fernsehen. Aber an Schulen komme er besonders gerne, sagt der 51-Jährige: Um Schülern zu helfen und auch ein bisschen, um seine CDs unters Volk zu bringen.
Zum GSN kam Gregor Staub auf Initiative des Schulleiters, der Staub auf einem Kongress in Ulm kennen gelernt hatte und sofort auf die Idee kam, dieses Angebot auch den Schülern und, in einer eigenen Veranstaltung am Abend, auch den Eltern zugänglich zu machen. Und so kam der Schweizer mit dem typischen Akzent kostenlos ans GSN und versuchte, Schülern und ihren Eltern blitzschnell zu einem besseren Gedächtnis zu verhelfen.

Obacht, oder: Wie kommt die Matschbirne in die Hose?

In der trotz Verteilung der Schülerschaft auf zwei Termine zum Bersten gefüllten Aula führte er die »Mnemo-Technik« vor. Dabei verknüpft der Lernende Begriffe mit einer Geschichte, legt sie gedanklich in einem Raum oder am eigenen Körper ab. So lernte Staub in Windeseile eine Wörterliste auswendig, indem er etwa den Begriff »Matschbirne« in seine Gesäßtasche steckte. Birne rein, hinsetzen und fertig ist die Matschbirne. Und auch die letzten zehn amerikanischen Präsidenten hatten die verblüfften Zuschauer schnell im Griff.
Zum »Gehirnakrobaten« wurde der ehemalige Marketing-Profi, obwohl er einst ein ganz schlechtes Gedächtnis hatte. »Mit 16 Jahren musste ich deshalb von der Mittelschule gehen«, erzählte er. Trotzdem schaffte Staub den Aufstieg in die Geschäfts-Elite, verlor dann aber Haus und Autos und stand vor dem Nichts. Da fiel ihm eine Kassette mit der Gedächtnis-Methode aus den USA in die Hände »Ich war begeistert, war aber gleich sicher, dass das noch besser geht«, erinnert er sich. Damit begann sein Aufstieg zum Trainer, der zuerst wie ein Werbegag klingt. Aber das weist Staub von sich und betont: »In jeder Krise steckt eine Chance.« Ein Motivationstrainer hätte es wohl nicht besser sagen können.

Über 600 Schülerinnen und Schüler in der Aula des GSN 


Text: Jens Twiehaus
Gestaltung: Jürgen Möller



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