Ysselsteyn 2016 - Tag 2

Einzelschicksale und Zeitzeugengespräch

Am Samstagvormittag stand der nächste Programmpunkt an, die Beschäftigung mit den Einzelschicksalen. Hierbei bekamen wir in Kleingruppen verschiedene Materialien zu einer Person, aus denen wir dann ein Plakat erstellten, um es später vorzustellen. Das Material wurde von Hinterbliebenen zur Verfügung gestellt, z.B gab es viele Briefe oder Zeitungsartikel. Wir betrachteten das Leben verschiedener Menschen; junger Soldaten, (un-)schuldiger Bürger. Sie alle waren nur in einer Sache gleich: Alle Schicksale wurden durch den Nationalsozialismus und den Krieg geprägt. Später gingen wir zu den Gräbern der einzelnen Personen und versuchten den anonymen Kreuzen ein Gesicht und eine Geschichte zu geben. 

Am Nachmittag besuchte uns auch in diesem Jahr ein Zeitzeuge. Er berichtete vor allem von seinem Vater, der im niederländischen Widerstand mitgewirkt hatte. Er erzählte von dem Leben seines Vaters und gab uns einen einzigartigen Einblick in das damalige Leben.

Am Ende seiner Erzählungen bekamen wir noch die Chance Fragen zu stellen, welche wir auch nutzten. 

Am Nachmittag fiel der Plan, in die naheliegende kleine Stadt zu gehen, buchstäblich ins Wasser. Einige machte sich dennoch auf, durch den strömenden Regen nach Ysselsteyn zu gehen. Der Rest von uns blieb auf dem Gelände der Begegnungsstätte und beschäftigte sich anderweitig, z.B. wurde im Haus das aktuelle EM-Spiel geguckt und eine, oder mehrere, Partie(n) Karten gespielt. 

Nach dem Abendessen hatten wir noch die Möglichkeit einen Film zu schauen und darüber zu reflektieren, wie der Vergangenheit medial „bewältigt“ bzw. dargestellt wird. Nach kurzer Abstimmung wurde sich für das Auschwitz-Video entschieden, welches die Originalaufnahmen der russischen Armee von der Befreiung von Auschwitz zeigen. Als der Film vorbei war verließen wir schweigend den Raum. Die gezeigten Bilder hatten uns alle sehr mitgenommen und jeder brauchte seine Zeit um diese zu verarbeiten. Es zeigte uns jedoch auch, wie wichtig es ist die Geschichte zu verstehen und sich mit ihr zu beschäftigen, damit so etwas nie wieder passieren wird.