Ysselsteyn 2016 - Tag 1

Gräberpflege und Aufarbeitung des geschichtlichen Hintergrundes

Bei strahlendem Sonnenschein ging es für uns 33 Schülerinnen und Schüler und die begleitenden Lehrer, Herr Neubeck und Frau Rjasanow, los in Richtung Ysselsteyn. Je näher wir dem kleinen Örtchen kamen, desto leerer wurde es um uns herum. Die Straße wurden von Feldern gesäumt, die teilweise noch unter Wasser standen, was auf das Unwetter am Tag zuvor zurück zuführen war. Als sich dann nach drei Stunden Fahrt die Bustüren am Zielort öffneten, wurden wir mit frischer Landluft empfangen. 

Als erstes gab es dann eine Planänderung. Anstatt dass wir erst die Führung über den Friedhof machen würden, sollte es sofort an das Säubern der Kreuze gehen. Also brachten wir unsere Sachen in die Hütten und gingen dann zusammen zum Friedhof. Dort wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Einen sollten die Zweige, die das Unwetter über den ganzen Friedhof verstreut hatte, aufsammeln. Der Rest war für das Säubern der Kreuze zuständig. Hierbei werden die Kreuze der Verstorbenen mit einer speziellen Lauge gereinigt. Bei recht angenehmen Temperaturen, wo sich teilweise auch die Sonne mit ganzer Kraft zeigte, fingen wir also an die Kreuze zu säubern. Nach fast zwei Stunden Arbeit waren 3000 Kreuze wieder sauber und wir bekamen eine wohlverdiente, längere Pause.

Als nächstes bekamen wir dann die Führung über den Friedhof. 

Der Soldatenfriedhof in Ysselsteyn ist ca. 30 Hektar groß, was ungefähr 60 Fußballfeldern entspricht. In der Mitte des Friedhofes befindet sich ein Denkmal, auf dem steht, dass 32585 deutsche Soldaten auf dem Friedhof begraben sind. Auf jedem Kreuz steht, soweit bekannt ist, der Name des Gefallenen, sein Geburtstag, sein Todestag, sowie der damalige militärische Rang. Bei der Führung wurden uns außerdem schon ein paar Verstorbene vorgestellt und wir erfuhren etwas mehr über ihre Person und ihren Bezug zum Krieg. Teilweise waren es hohe Offiziere, teilweise junge Soldaten die als Kanonenfutter missbraucht wurden. Mit bestimmten Einzelschicksalen würden wir uns am nächsten Tag noch beschäftigen. 

 Nach der Führung hatten wir bis zum Abendessen Freizeit, die zum Einräumen der Zimmer genutzt wurde. Nach dem Abendessen gab es dann die offizielle Begrüßung von unseren Lehrern. Diese erklärten uns ausführlich vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ und der Arbeit dieses Vereins. Als Übergeordnete Frage für den Zeitraum dieser Fahrt wurden wir gefragt, was wir unter Vergangenheitsbewältigung verstehen und warum diese so wichtig ist. Nach der kurzen Vorstellungsrunde hatten wir den Rest des Abends frei. Die Zeit wurde zum Kennenlernen genutzt. Gemeinsam ließen wir den Abend ausklingen.