Ysselsteyn 2015 - Tag 1

Gräberpflege und Aufarbeitung des geschichtlichen Hintergrundes

Wir, d.h. 37 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrkräfte (Herr Neubeck und Frau Wiebe), fuhren am 12.06. los, um uns erneut oder zum ersten Mal mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Nachdem wir nach einer 3-stündigen Busfahrt in Ysselsteyn eintrafen, herrschte Tatendrang, denn nach der Ankunft stand das Pflegen der Gräber bevor. Hierbei werden die Kreuze der Verstorbenen mit einer speziellen Lauge gereinigt, wobei wir insgesamt über 300 Grabsteine gesäubert haben.

Der Soldatenfriedhof in Ysselsteyn ist ca. 30 Hektar groß, was ungefähr 60 Fußballfeldern entspricht. In der Mitte des Friedhofes befindet sich ein Denkmal, auf dem steht, dass 32585 deutsche Soldaten auf dem Friedhof begraben sind. Wenn man es schafft, sich angesichts dieser Zahlen und tausender Kreuze kurz darüber bewusst zu werden, dass dies nur 0.06% der Gefallenen des 2. Weltkriegs entspricht, wird einem die Tragweite des Ganzen erst bewusst.

Anschließend wurden wir über den Friedhof geführt. Unser Guide erklärte uns, wie schwierig es sei, heutzutage noch Gefallene zu identifizieren. Trotz dieser Schwierigkeiten werden dem Friedhof aber im Jahr noch immer über 100 Grabsteine hinzugefügt. Auf jedem dieser Kreuze stehen, soweit bekannt ist, der Name des Gefallenen, sein Geburtstag, sein Todestag, sowie der damalige militärische Rang.

Ebenfalls zu der Fahrt nach Ysstelsteyn gehört das gemeinsame Aufarbeiten und Verstehen der Geschehnisse des Nationalsozialismus bzw. des 2. Weltkrieges. Zum Einstieg in diese Thematik bereiteten die uns begleitenden Lehrer eine kleine Präsentation mit anschließendem Film rund um die Jahre 1930 bis 1945 vor. Im Anschluss ließen wir den Abend am Lagerfeuer ausklingen.

Grabkreuze auf offener Wiese
Schülerinnen und Schüler reinigen und pflegen die Grabkreuze