Aus der Sicht einer Teilnehmerin

Das MiM–Projekt

aus der Sicht einer Teilnehmerin

Ich habe an diesem Projekt teilgenommen, weil ich es interessant fand zu erfahren, wie man beim bzw. fürs Radio arbeitet. Besonders spannend fand ich die Frage, wie man die aufgenommenen Interviews etc. in den PC übernimmt und diese dann schneiden kann. Außerdem fand ich speziell dieses Thema sehr wichtig, denn man kann nicht genug für einen Beruf werben, in dem der Frauenanteil sehr gering ist, Frauen aber genauso gebraucht werden wie Männer!!!

Das ganze Projekt dauerte sechs Tage, am siebten Tag wurde dann die Sendung produziert. In den ersten zwei Tagen mussten wir die wichtigsten Grundlagen wie die Beitragsformen und den Umgang mit der Technik lernen. In einer lockeren Atmosphäre haben wir das dank unserer Projektleiterin Nirma Schomeier, einer freien Redakteurin bei Sendern der ARD sowie Dozentin an der Uni Bielefeld, die uns alles Wichtige beigebracht hat, auch geschafft und konnten damit an die eigentliche Arbeit gehen.


Am dritten Tag waren wir dann zu Besuch bei Wincor-Nixdorf und erhielten dort in einem ausführlichen Gespräch mit einer eigens für uns aus Frankfurt angereisten Mitarbeiterin einen Einblick in das Aufgabenfeld einer Informatikerin bzw. eines Informatikers. Außerdem wurde das Projekt zweier Auszubildenden bei Wincor Nixdorf vorgestellt, mit dem wir ein konkretes Tätigkeitsfeld kennen lernten.


Positiv überrascht war ich von der spontan organisierten Führung durch einen Teil des Betriebes, denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass so eine große Firma mal eben eine Besichtigung auf die Beine stellen kann. Diese Führung zeigte den ganzen Ablaufprozess eines Kassensystems von der Entwicklung der Software und ihrer Überprüfung auf Fehler bis hin zur Herstellung des Gerätes und des Gehäuses. Hier unterschied sich die Führung bei Wincor-Nixdorf von anderen Führungen, an denen ich bis jetzt teilgenommen habe, denn sonst sieht man oft nur die Herstellung des Gehäuses und nicht den wirklich entscheidenden Prozess. Klar, wir durften nicht den Informatikern, die die Software programmierten, über die Schulter gucken, aber wenigstens einmal in die Büros hineinschauen. Bei der Fehlersuche waren wir allerdings dabei. Sehr nett fand ich, dass die Mitarbeiter, mit denen wir gesprochen haben, spontan bereit waren, uns all unsere Fragen zu beantworten und uns sogar einen Kassenautomaten vorzustellen.


Am vierten Tag – und das war nun schon in der zweiten Herbstferienwoche - waren wir in der Uni, wo zur gleichen Zeit die „Schnupperuni“ für Mädchen stattfand. An diesem Tag war nach einer kurzen einführenden Theoriestunde jede Gruppe mit der Arbeit an ihren eigenen Beiträgen beschäftigt.


Z.B. solllten wir für den sog. Teaser Männermeinungen sammeln. Es war sehr lustig, denn es kamen dabei so viele unterschiedliche Meinungen heraus. Überrascht war ich davon, dass jeder Student sehr nett geantwortet hat, es gab keinen, der von uns genervt war. Sogar Fragen zum Studium, die nicht für den Teaser gedacht waren, wurden bereitwillig beantwortet. Dann ging es ans Schneiden. Mit Nirmas Hilfe kamen wir schnell mit dem Programm zurecht und konnten uns ans Schneiden unserer Beiträge machen.


Am fünften Tag fand abends dann die Gesprächsrunde zwischen Frauen in „Männerberufen“ statt. Es war eine sehr interessante Veranstaltung, da dort die Fragen, die einen wirklich interessieren, geklärt wurden. Und zwar von wann ist der richtige Zeitpunkt, ein Kind zu bekommen, bis wie wird man als Frau von den Männern angenommen. In dieser Gesprächsrunde wurde das Gefühl vermittelt, dass es gar nicht so schlimm ist, allein als Frau unter vielen Männern zu sein und es wurden Ängste genommen, dass man als Frau von den Männern nicht akzeptiert werden könnte. Besonders nett fand ich, dass zwei Frauen länger da geblieben sind und sich die Zeit für unser Interview genommen haben. Diese Veranstaltung im Rahmen des Schnupperstudiums ist unbedingt weiterzuempfehlen.

Am sechsten Tag wurden die Interviews, Reportagen und Collagen nur noch geschnitten und der Zusammenschnitt für die Abschlussveranstaltung zusammengestellt. Am Abend musste schließlich noch die Moderation geschrieben werden; und somit war alles für die Produktion der Sendung am Freitagvormittag fertig.


Am Freitag, dem letzten Tag unseres Projektes, traf sich dann das ganze Team mit Frau Nicolin-Sroka und Herrn Sroka sowie der Projektleiterin Frau Schomeier im Bürgerfunkstudio in Paderborn, wo die Sendung endlich konkret produziert wurde.


Insgesamt wurden meine Erwartungen voll erfüllt, ich hab dabei sehr viel gelernt. Gut fand ich, dass unsere Lehrer und Frau Nolte uns immer wieder besucht und uns begleitet haben; wir haben uns sich wirklich gut betreut gefühlt, insbesondere auch von unserer Projetkleiterin Nirma Schomeier, die sogar in den stressigsten Situationen einen klaren Kopf behalten hat.

Sollte dieses Projekt noch einmal angeboten werden, würde ich jedem – egal ob an einem Medienberuf interessiert oder nicht- empfehlen, daran teilzunehmen, denn man lernt wirklich unglaublich viel. Projektarbeit ist eben anders als der „normale“ Unterricht.

Ein ganz anderer positiver Nebeneffekt für mich bestand zudem darin, dass an diesem Projekt Mädchen aus meiner Stufe teilgenommen haben, mit denen ich fast keinen Kurs habe, so konnte ich auch diese etwas näher kennen und schätzen lernen.

Um nicht missverzustanden zu werden: Auch mit Jungen würde ich ein ähnliches Projekt in Angriff nehmen. Nur dieses Mal waren die Teilnahmebedingungen anders: Wir Mädchen waren gefragt. Schließlich ging es um ein Thema, das Frauen betrifft „Das Berufsbild der Informatikerin“.


Text: Olga Akst, Jgst. 12
Gestaltung: Eva Nicolin-Sroka