Schule und Besuch eines Slums (15.04.2014)

Heute hatten wir deutschen Schüler die Gelegenheit mit unseren indischen Partnern in den Unterricht zu gehen. Dieser begann mit einer Klassenlehrerstunde, in der Aufwärmübungen durchgeführt, das morgendliche Gebet gesungen, die Anwesenheit kontrolliert und Informationen weitergegeben wurden. Sofort konnten wir Unterschiede zu unserer Schule feststellen: Wenn man etwas sagen möchte, hat man aufzustehen und auch die Kleiderordnung muss strengstens eingehalten werden. Dazu zählt unter anderem die Schuluniform zu tragen, jedoch keinen Schmuck oder Schminke, dafür bei langen Haaren ein schwarzes Zopfgummi, aber Nagelack, gefärbte Haare oder Schals sind verboten. Auch die Unterrichtsweise ist verschieden. Es scheint eher wie in der Uni zuzugehen, der Lehrer spricht, die Schüler hören zu.

Nach drei Stunden kam unsere ganze Gruppe zusammen, um uns auf den Besuch im Künstlerslum Kathputli vorzubereiten. Die Fahrt dorthin dauerte, durch den chaotischen, indischen Verkehr verursacht, über zwei Stunden.

Bei unserer Ankunft war es schließlich nicht für alle leicht mit den auf uns einwirkenden Eindrücken umzugehen. Besonders der Müll und der Gestank machten uns zu schaffen. Die Menschen allerdings haben uns mit ihrer freundlichen Begrüßung positiv überrascht.

Es wurde nicht gebettelt, sondern lediglich nett gegrüßt oder interessiert nach unseren Namen gefragt. Eine traditionelle Puppenspielerfamilie zeigte uns ihre beengte Wohnung.

Für die deutschen Schüler war es zumeist leichter die neuen Erfahrungen zu verarbeiten, wohingegen die indischen Partner ehr Ablehnung und Skepsis zeigten. Aber auch uns warfen sich Fragen nach beispielsweise der Hygiene auf oder warum Elektrogeräte wie Handys oder Waschmaschinen vorhanden sind aber keine funktionierende Kanalisation.

Am Abend trafen wir uns alle privat bei einer indischen Schülerin und aßen gemeinsam Pizza. Dies war ein entspannter Ausklang des Tages.