Tag 2, 02.10.2010

Tag 2, 02.10.2010

Familientag

Am Familientag lag es am Gastschüler, was wir unternahmen. Viele gingen einkaufen oder trafen sich in Cafés.
Die deutsche Schülerin Viola Schrade erzählt in folgendem Bericht ihre Erindrücke an dem Familientag:

Bei unserem Türkeiaustausch war ich am Wochenende auf zwei türkischen Hochzeiten (eine Hochzeit war am Samstag, die andere Hochzeit am Sonntag). 
Diese unterscheiden sich sehr von den deutschen Hochzeiten.
Auf den Hochzeiten trägt man viel buntere und schickere Sachen als in Deutschland. Mein Kleid, welches ich auf Anfrage meiner Austauschschülerin mitgebracht hatte, war also viel zu schlicht. Das Brautpaar jedoch war genau so angezogen wie in Deutschland.
Beide Hochzeiten fanden in sehr teueren und modernen Hotels/Restaurants statt, die beide einen großen Saal für diese Veranstaltungen hatten.  
Zuerst ist man in einem Vorraum, in dem es schon mal ein paar Snacks gibt. Dann betritt man den eigentlichen Saal, setzt sich mit den Verwandten und Freunden (in meinem Fall war es natürlich die Gastfamilie) an einen der vielen Tische und hört einer Rede zu. Es werden sehr viel mehr Leute als in Deutschland eingeladen. Man lädt hier alle Leute ein, die man auch nur flüchtig kennt, und so sitzen dann bis zu 500 Menschen in den großen Sälen. Nach der Rede betreten die Braut und der Bräutigam den Raum. Es werden viele Fotos gemacht und es wird gefilmt. Dann gibt es eine Zeremonie und anschließend tanzen die beiden, jetzt ja Verheirateten, auf der Tanzfläche und das (viele!) türkische Essen wird serviert. Nach dem Essen bzw. vor der Nachspeise tanzen alle Gäste traditionelle Tänze auf der Tanzfläche, was etwas gewöhnungsbedürftig war, da ich diese Tänze nicht kannte. Es geht hier auch viel lockerer zu als bei einer deutschen Hochzeit. Am Ende werden Fotos von den einzelnen Tischen mit der Braut gemacht, die man dann auch kaufen kann. Man schenkt der Braut jetzt Schmuck und steckt ihr an ein rotes Band, welches sie sich umgehängt hat, 1-Kurus-Stücke, die wie bei uns die 1-Cent-Stücke Glück bringen sollen. Dem Bräutigam, der ebenfalls so ein Band hat, steckt man 100-Lira-Scheine (50 Euro) an. Gegen 24 Uhr, verabschiedet man sich von allen, die man kennt, und geht nach Hause.

Ein Einblick in den Familientag anderer Schüler/-innen

Vor dem Einkaufszentrum "Forum"

Text: Viola Schrade
Gestaltung: Michelle Dürksen