2005 Klasse 5e 01.11.2005

Klassenfahrt der 5e nach Bad Driburg (2005)

In diesem Schuljahr fand erstmals die Klassenfahrt der Klassen der Jahrgangsstufe 5 nach Bad Driburg statt. Dieser dreitägige Ausflug sollte als eine „Kennenlernfahrt“ für den Neuzugang unserer Schule dienen, damit sich die Schüler an den neuen Klassenverband gewöhnen und vor allem neue Schüler, die aus anderen Grundschulen zu uns gekommen sind, besser kennen lernen.

Am 2. November 2005 war es für die 5e so weit: Nach einer letzten Verabschiedung von den Eltern verließen die Schüler in Begleitung ihres Klassenlehrers Herrn Kallmeyer und Frau Käune mit Frau Protte, die sich freundlicherweise von den Eltern als Begleitpersonen zur Verfügung gestellt haben, mit dem Zug das heimische Paderborn und brachen zu einer ereignisreichen Fahrt zum Kulturheim in Bad Driburg auf, mit leichter Ungewissheit, was sie erwarten würde, unter voller Vorfreude auf etwas Unabhängigkeit und viel gemeinsame Zeit mit ihren Mitschülern.

In Bad Driburg angekommen wurden sie sogleich von eher unerfreulichem „Matschwetter“ (Zitat 5e) empfangen und bereits auf der Wanderung zum 10 Kilometer entfernten Heim, die durch einen Wald führt, wurden bereits die ersten Kleidungsstücke Opfer der unumgänglichen Pfützen und „Seenplatten“, die das Novemberwetter mit sich bringt. Doch diese kleinen Unannehmlichkeiten waren spätestens bei der Ankunft am idyllischen, mit Naturfarben bemaltem Kulturheim bereits vergessen. Dann ging es zum allseits bekannten Beziehen Zimmer: Die Zimmer, die nach Gegenständen aus dem Filmgeschäft (wie etwa „Filmdose“) benannt sind, wurden ausgesucht, und spätestens als die Schüler erfuhren, dass sie ihre Betten selbst beziehen mussten, sehnte sich sicherlich so manch einer zurück ins „Hotel Mama“. Nachdem dann auch die Ernüchterung, dass die Schüler abwechselnd in kleinen Gruppen Tischdienst hatten, „verkraftet“ war, konnte das Heim mit all seinen Besonderheiten bestaunt werden. Die geräumige Anlage (siehe auch Bildergalerie) beherbergte neben den gemütlichen Schlafräumen der Schüler und Begleitpersonen auch einen kleinen Kiosk und Andenkenladen, ein „Kino“, sowie mehrere Gruppenräume, mit einladender Einrichtung. Allerdings behaupten Augenzeugen, sie hätten gesehen, dass sich eine Feder aus einem Sofa gelöst habe, als sich ein gewisser Klassenlehrer, der an dieser Stelle nicht namentlich erwähnt werden soll, darauf niederließ. Doch auch der Außenbereich des Heimes barg einige Überraschungen, denn dieser wies neben einem Sport- und Spielplatz auch einen „hauseigenen“ verwilderten Friedhof auf.

 

 

 

Eigentlich hätte diese Umgebung den Schülern genug Möglichkeiten gegeben das gesamte Programm dieser dreitägigen Fahrt zu füllen, doch da hinter dieser Veranstaltung auch der Gedanke stand etwas dazuzulernen, wurde das Lernen mit in den Entdeckungs- und Spieldrang der Schüler mit eingebunden, indem eine Stadtrallye veranstaltet wurde. Bei dieser sollten die Schüler in kleinen Gruppen die Gegend erkunden und ein Quiz ausfüllen, für das es unumgänglich war Einheimische anzusprechen und nach ortsspezifischen Informationen zu fragen. Da auch das Wetter mitspielte, wurde die Rallye von den Beteiligten positiv aufgenommen und die Sehenswürdigkeiten der Umgebung, wie etwa die Max- und Moritzquelle, erschienen sehr einladend.

 

 

Für das Abendprogramm war selbstverständlich auch gesorgt. So durften die Schüler z.B. an einem Abend wählen, ob sie wandern gehen, eine Disko veranstalten oder einfach nur nach einem anstrengenden Tag etwas fernsehen wollten. Doch – wie in Jugendherbergen üblich – war auch nach der offiziellen Verkündung der Nachtruhe für manche der Tag noch nicht zu Ende, denn erst dann kam die Gelegenheit in den Zimmern noch Geschichten zu erzählen, das Erlebte zu besprechen oder noch ein wenig zu lesen, was jedoch von einigen Klopfstreichen gestört wurde, was anonyme Schüler beichteten.

 

Nachdem sich dann auch der letzte Tumult gelegt hatte und die ermüdeten Schüler allmählich einschlummerten, wurden sie auch schon wieder aus den Betten geholt, denn auch bei dieser Klassenfahrt durfte eine traditionelle Nachtwanderung selbstverständlich nicht fehlen! Weil Herr Kallmeyer sich in dieser Gegend bestens auskannte, da er ein nahe gelegenes Internat besucht hatte, verzichtete die Gruppe auf weitere Begleitpersonen und brach in die finstere Nacht auf, wobei die Mitnahme von Taschenlampen den Schülern strengstens verboten war, wobei Herr Kallmeyer natürlich für Notfälle eine mit sich trug. Während der Wanderung ging die leicht geschrumpfte Gruppe (einige Schüler haben sich auf Grund von Krankheitserscheinungen nicht im Stande gefühlt mitzukommen) unter anderem an der so genannten Iburg vorbei, und warf einen Blick auf das Internat, welches Herr Kallmayer einst besuchte. Zur großen Enttäuschung von Herrn Kallmeyer wurde sein Vorschlag, einen nahe gelegenen verwilderten Friedhof zu überqueren, mehrheitlich abgelehnt, nachdem er seinen Schützlingen davon erzählte, dass eine Nonne, die ehemals seine Lehrerin war, nachts auf dem Friedhof herumschleichen würde. Es ist unklar, ob Herr Kallmeyers Versuch der Gruppe am anderen Ende eines Tunnels aufzulauern und die Schüler zu erschrecken etwas mit dieser Enttäuschung zu tun hat. An dieser Stelle sollte auch noch einmal der engagierte Einsatz einiger Schüler honoriert werden, die versucht hatten ihrem Vorbild Herr Kallmeyer sein kleines Laster abzugewöhnen, frei nach dem Motto „Be smart – don´t smoke“, was sie jedoch letztendlich aufgeben mussten, da sie eine mögliche Willkür bei der nächsten Notenvergabe vermuteten.

 

 

Gut ausgeschlafen ging es am nächsten Tag zum so genannten „Selbstsicherheitstraining“. Bei diesem konnten die Schüler in Gruppenspielen und bei wagemutigen Kletteraktionen, die selbstverständlich von professioneller Betreuung gesichert wurden, ihre Selbstsicherheit sowie ihr Vertrauen zu den Mitschülern enorm steigern (man sieht es in der Bildergalerie). Die etwas ungewöhnlichen sportlichen Übungen haben nach Angaben der Klasse allen Beteiligten viel Spaß gemacht, obwohl auch hier einige Schüler Konfrontationen mit den unzähligen Pfützen hatten.

Als es am 4. November dann für die Schüler soweit war die Koffer zu packen, von dem Heim, in dem sich die Schüler bereits wie zu Hause fühlten, Abschied zu nehmen und wieder zu ihren Eltern zurückzukehren, wären alle am liebsten noch länger geblieben, weil es ihnen vorkam, als wäre die schöne Zeit, die sie dort verbringen konnten, unglaublich schnell verstrichen. Die Schüler versicherten, dass ihnen diese Fahrt sehr wichtig sei, da sie nicht nur etwas über die Ortschaft Bad Driburg erfahren haben, sondern auch ihren Klassenverband stärken konnten und zudem an Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Eigenständigkeit dazugewonnen haben. Die Schüler empfehlen auch in Zukunft diese Klassenfahrt in den fünften Klassen durchzuführen, da diese für sie ein unvergessliches Erlebnis darstellt, welches eine bessere Basis für die Klassengemeinschaft geschaffen hat und ihnen auch ihren Klassenlehrer von einer neuen Seite gezeigt hat.


Fotos: Marina Weitershagen
Text: Nelli Schachtschneider
Gestaltung: 
Sabrina Heppner und Nelli Schachtschneider
Überarbeitung: StD Rainer Sroka
Mit fachkundiger Unterstützung von: 
Marina Weitershagen, Lina Kemper, Lisa Greiner 
und Brigitte Böhm (alle 5e)