Schüler-Umfrage zum Distanzlernen am Gymnasium Schloß Neuhaus belegt: Und es geht doch! 08.02.2021

Viel wird seit Wochen auch in Paderborn über das so genannte Distanzlernen oder Homeschooling an den Schulen berichtet und diskutiert. Das Urteil der meisten Beteiligten fällt dabei aktuell wenig positiv aus. Dass der virtuelle Unterricht tatsächlich aber funktionieren kann, zeigt eine aktuelle Umfrage unter den 1420 Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Schloß Neuhaus. Demnach kommen fast drei Viertel (72,5%) der Befragten „gut“ oder sogar „sehr gut“ mit dem Lernen auf Distanz klar. Nur gut 6 Prozent geben an, nicht so gut damit umgehen zu können. Der Rest beklagt lediglich punktuelle Probleme.

Zugegeben, die guten Werte kommen nicht von ungefähr. Am Gynasium Schloß Neuhaus hat man schon länger Erfahrung mit dem virtuellen Klassenzimmer.  Schon im letzten Schuljahr hat das GSN bereits in einzelnen Lerngruppen in Eigenregie Microsoft Teams als Plattform für den digitalen Unterricht eingeführt. „Die flächendeckende Nutzung für alle Schüler*innen samt datenschutzrechtlicher Voraussetzungen ging dann jedoch nur mit der tatkräftigen Unterstützung durch die Stadt Paderborn und vor allem aber auch dank des Engangements einiger Kolleg*innen und Eltern“, so Schulleiterin Eva Sprenger. „Mit der Installation der Software war es dann aber längst nicht getan, wie wir festgestellt haben. Wir mussten unser Kollegium und unsere Schüler im Umgang mit Teams schulen und Konzepte für den digitalen Unterricht entwickeln“, fügt sie hinzu. Das habe gedauert, gibt Sprenger zu, doch die Mühe hat sich offenbar ausgezahlt: Mittlerweile verbringen die Schülerinnen und Schüler täglich rund 140 Minuten ihres Unterrichts in Videokonferenzen. Der Tag beginnt für die Schülerinnen und Schüler des GSN mit einer verpflichtenden Videokonferenz für alle. „Das gibt den Tagen eine feste Struktur!“ ist hierzu eine erfreute Rückmeldung von Eltern. Auch die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern hat sich durch Teams verändert: Über 80 Prozent erreichen ihrer Lehrer laut eigener Aussage inzwischen direkt per Chatfunktion, nur die wenigsten nutzen noch den Mailkontakt. Auch die Schüler*innen selbst tauschen und helfen sich untereinander bei kniffligen Aufgaben zunehmend per Videochat aus, so das Ergbenis der Umfrage. Auch die Eltern werden dadurch merklich entlastet, denn die meisten Schüler gaben bei der Umfrage an, dass sie bei der Arbeit keine Unterstützung von ihren Eltern oder älteren Geschwistern mehr benötigen.

Den Präsenzunterricht ersetzt das virtuelle Klassenzimmer aber natürlich nicht. Das wissen nicht nur Eltern und Lehrer, sondern vor allem die Schüler selbst. „Es ist echt okay, aber Schule ist besser!!!“ ist einer der Kommentare der Schüler*innen im Rahmen der Umfrage.

Wenn sich die echten Klassenzimmer wieder füllen können, will das GSN weiter mit Teams arbeiten. Die Anwendungsgebiete sind aus Sicht der Schulleiterin vielfältig. „Wir könnten spezielle Übungsmodule für das Abitur anbieten, kollegiale Zusammenarbeit digital vereinfachen oder die Schüler gemeinsam an Referaten oder Projekten arbeiten lassen“, nennt Eva Sprenger einige Beispiele. Bis dahin wird zwangsläufig weiter virtuell unterrichtet.