Young Leaders Akademie in Strausberg 24.10.2010

Young Leaders Akademie in Strausberg

Vom 20.10 bis zum 25.10.2009 fand in diesem Jahr die 26. young leaders Akademie statt. Ort der Veranstaltung war die Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Strausberg bei Berlin. 
Als Schüler des Gymnasium Schloß Neuhaus hatte ich das große Glück, zu einer Gruppe von 109 Leuten zu gehören, die aufgrund ihres sozialen Engagements innerhalb als auch außerhalb der Schule in die Akademie eingeladen wurden.

 

Tag 1

Zunächst einmal bin ich am Dienstag, den 20.10 früh morgens mit der deutschen Bahn bis zum Berliner Hauptbahnhof gefahren, um im Anschluss daran Berlin genauer zu erkunden.
Das Highlight des Tages fand wohl schon knappe 30 Minuten nach meiner Ankunft in Berlin statt, als ich gerade vom Bahnhof aus am Kanzleramt vorbei auf dem Weg in Richtung Reichstagsgebäude war. An einer Ampel neben mir hielt ein schwarzer Wagen, auf dessen hinteren Sitzreihe unsere Bundeskanzlerin saß. 
Nach diesem wohl einmaligen Erlebnis wurde dann zunächst einmal das Reichstagsgebäude, das Brandenburger Tor, die Siegessäule und vieles andere mehr besichtig, bis ich mich gegen Abend schließlich auf den Weg nach Strausberg, einem Ort nahe Berlin, machte, wo schließlich die 26. young leaders Akademie stattfinden würde. 
Dort angekommen lernte ich bereits am Bahnhof einige andere Teilnehmer kennen, in der Akademie der Bundeswehr dann schließlich noch mehr, sodass auch der erste Abend einen gemütlichen Ausklang finden konnte.
 

Der Reichstag

Die Akademie in Strausberg

 

Tag 2

Am nächsten Tag stellte sich zunächst einmal die young leaders GmbH vor. Die Veranstalter erklärten an dieser Stelle wie wichtig es ist, dass sich junge Menschen sozial engagieren. Sie wollten uns durch die Veranstaltung nicht nur die Möglichkeit geben mit Experten in Philosophie oder Islam zu diskutieren, sondern auch ein Netzwerk aufzubauen und zu erkennen, dass man nicht nur ausschließlich durch gute Noten, sondern auch durch das gezeigte Engagement und den Umgang mit Mitmenschen etwas erreichen kann.
Nach dieser Begrüßung wurde Prof. Dr. Splett, einem Philosophen, das Podium überlassen und für den Rest des Tages diskutieren alle 109 Teilnehmer angeregt mit dem Professor über das Thema Menschenwürde, wobei man auch andere Themen der Philosophie angesprochen hat und so beispielsweise auch die Themen Abtreibung und Sterbehilfe im Plenum debattiert wurden. Auch wurden die Ansichten verschiedener Philosophen wie Kant, Aristoteles oder Peter Singer aufgegriffen und im Plenum erörtert. 
Nach einem langen Tag, der alle Teilnehmer erschöpft hat, obwohl es selbstverständlich ausreichend Zeit für Pausen während der Diskussion gab, stand es den Teilnehmern am Abend nun frei ihre Freizeit mit der Fortsetzung der Diskussion mit dem Professor im kleinen Rahmen zu verbringen oder aber nach Berlin zu fahren. 
 

Bei den Vorträgen und Diskussionsrunden im Plenum

 

Tag 3

Auch am nächsten Tag erwartete uns wieder eine Diskussionsrunde, diesmal mit dem Themenbezug Islam. Uns wurde zunächst der Ursprung des Islams erklärt, die Ansichten des Islams und wie die Integration in Bezug auf die westliche Welt aussieht. 
Wir hatten die Gelegenheit dem Islamwissenschaftler und Leiter der Hans-Seidel-Stiftung in Berlin, Dr. Glagow, Fragen zu diesem Thema zu stellen. 
Am Nachmittag wurden wir dann von der Bundeswehr informiert, wie sicher wir in Deutschland leben und welche Bedrohungen uns in Zeiten des 21. Jahrhunderts erwarten könnten und in welchen Krisengebieten die Bundeswehr derzeit operiert. 
Nach dem etwa eineinhalbstündigen Vortrag wurde uns noch einmal die Möglichkeit gegeben, einen Pressesprecher der Bundeswehr, welcher bereits seit 35 Jahren beim Militär ist und schon zahlreiche Auslandseinsätze hinter sich hat, zu sprechen und ihn auf Erfahrungen und Empfindungen anzusprechen.
Trotz des Großen Interesses der Teilnehmer ging auch dieser Tag langsam seinem Ende entgegen und so stand es wieder allen frei, noch einmal mit Dr. Glagow zu diskutieren, oder aber nach Berlin zu fahren bzw. in der Akademie zu bleiben und sich dort von einem geistreich anstrengenden Tag zu erholen.
 

Beim Vortrag zum Islam

Das beleuchtete Brandenburger Tor

 

Tag 4

Der Freitag, der, wie schon die vorherigen Tage gegen 7:30 Uhr mit dem Frühstück begann, erwies sich nun als eine Abwechselung. Hier wurde nicht direkt im Plenum diskutiert, sondern es wurden Gruppen gebildet, welche sich - je nach Interesse - mit dem Erstellen einer Zeitung, oder aber mit dem Erstellen eines Nachrichtenbeitrags für das Fernsehen beschäftigten. 
Ich entschied mich für letzteres und hatte das Glück, auf den Journalisten, Andreas Hain, der bereits für das ZDF und RTL gearbeitet hat und derzeit beim SWR tätig ist, zu treffen.
Hier lernten wir, wie Nachrichten einer möglichst breiten Masse von Zuschauern vermittelt werden; wir erkannten die Aufwendigkeit einen solchen Fernsehbeitrag zu erstellen, da es nicht nur eines Moderators, sondern vieler Leute im Hintergrund, wie z.B. Autoren, etc. bedarf. Des Weiteren wurde uns nach Erstellen des Beitrags mithilfe eines Kamerateams des ZDF gezeigt, wie man diesen nun schneidet. Auch hierfür ist extra ein Experte des ZDF angereist.
Die Themen alle Beiträge wurden vorher vorgegeben, denn speziell hierzu sind wiederum Fachleute angereist, wie z.B. ein Oberstleutnant der Bundeswehr oder der Vizepräsident der EADS, einem weltweit führendem Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungsgeschäft. Da eine solche Arbeit sehr zeitaufwendig ist, ging dieser Programmpunkt auch noch am Samstagvormittag weiter. Am Abend stand es uns natürlich wieder frei, wie wir den Abend gestalteten.
 

In der Arbeitsgruppe

Recherche für die Nachrichtensendung

 

Tag 5 

Nach dem Erstellen aller Beiträge und Zeitschriften betrachteten wir nun unsere Ergebnisse im Plenum. Nachdem auch dieser Teil des Programms schließlich seinem Ende entgegen gegangen war erwartete uns nun – je nach Wahl – ein Körpersprachetraining oder ein Verhandlungstraining. Ich entschied mich in diesem Fall für das Körpersprachetraining, bei welchem uns die Schauspielerin Christiane Schulz, die auch bereits im „Tatort“ mitgespielt hat, viel über die Mimik beibrachte. Hier waren wir kreativ und übten uns am Ende des Tages schließlich in der Vorstellung eines kleinen Theaterstücks, eines Improvisationstheaters oder im Halten einer Rede. Für das Talent, welches viele der Teilnehmer an den Tag legten, wurden wir von ihr hoch gelobt.
Den letzten Abend verbrachten wir schließlich alle gemeinsam in gemütlicher Runde, bevor wir schließlich die Koffer packten und uns früh ins Bett begaben, da die Nacht aufgrund des Besuchs der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, einer ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, relativ kurz war.
 

Schauspieltraining mit Christiane Schulz

Alle hören gespannt zu

 

Tag 6

Unmittelbar nach dem Frühstück, welches es ab 6:00 Uhr morgens für alle gab, wurde das Gepäck in Bussen verstaut und wir fuhren zu eben jener Gedenkstätte, um dort von ehemaligen Insassen zunächst einmal über die Art und Weise des Umgangs mit Gefangenen aufgeklärt und so mehr (bzw. genauer als man es in der Schule lernt) über die DDR und die Stasi informiert zu werden. Danach stand es allen Teilnehmern wieder frei, eigene Fragen an die ehemaligen Insassen zu stellen, bevor wir uns dann auf eine Führung durch die historisch wichtige Untersuchungshaftanstalt machten. Wir erfuhren hierbei mehr über die Foltermethoden der Stasi, wie die Bürger abgerichtet wurden und sich dem System der DDR schließlich fügen sollten. 
Am Ende der Führung rückte nun die Zeit des Abschiednehmens immer näher. Von der Gedenkstätte aus fuhren wir direkt zum Berliner Hauptbahnhof, wo letzte Nummern ausgetauscht wurden und zahlreiche Tränen flossen, bevor es hieß, in seinen Zug zu steigen und sich wieder auf den Weg in Richtung Heimat zu machen.
 

Warten auf die Abfahrt zur Gedenkstätte

 

Fazit

Insgesamt kann ich nun sagen, dass ich es nicht bereue an der Akademie teilgenommen zu haben. Man hat nicht nur viel Wissen mitnehmen können und direkt Experten auf Themen ansprechen können, sondern es entstanden auch zahlreiche Kontakte wie ich es mir anfangs nicht hätte erträumen können und trotz der Tatsache, dass man mit vielen in Kontakt bleiben wird bzw. möchte, tat auch mir das Herz im wahrsten Sinne des Wortes weh, als ich mich wieder nach Paderborn begab.
 

Text und Fotos: Nikolai Pühs
Gestaltung: Jonas Oberkirch