2008/2009 Nebraska

Ein halbes Jahr Nebraska:
Don’t dream it, do it

Don’t dream it, do it…unter diesem Motto ging es für mich 5 Monate als Austauschschülerin auf die Reise nach Amerika-Nebraska. Die meisten denken jetzt wohl an den Spruch „Nebraska - The Middle of Nowhere…“
Ob es allerdings wirklich ins „Nowhere“ ging, konnte ich dann schon bald selbst herausfinden.

Am 4. August 2008 hieß es für mich, von zu Hause Abschied zu nehmen und in ein neues Abenteuer mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Erkenntnissen zu starten. Da ich mich, nach dem Entschluss nach Amerika zu fahren, für die Organisation „into“ entschieden hatte, begann ich das Austauschprogramm mit einem 5-tägigen Aufenthalt in New York City. Mich erwarteten Workshops, Ausflüge, Freizeitmöglichkeiten, ein Sightseeing-Tag in New York City, Shopping, ein Tag am Strand, „Highlights“ wie die Freiheitsstatue, den legendären Times Square und noch vieles mehr. Schon diese erste Woche war überwältigend! Von den Plätzen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte, konnte man nun sagen: „Da war ich auch schon, das habe ich life gesehen.“

Blick vom Empire State Building auf New York

Die Freiheitsstatue

 
Nach diesen ersten fünf Tagen in den Vereinigten Staaten, gemeinsam mit noch anderen deutschen Austauschschülern, wurde es dann aber doch ernst und es ging zu meinem zu Hause für die nächsten fünf Monate, Aurora – Nebraska.
Den Flug gut hinter mich gebracht, nahm mich meine Gastfamilie ganz herzlich am Flughafen in Empfang und schon nach kurzer Zeit war klar, dass wir alle auf der gleichen „Wellenlänge“ waren und wir uns super verstanden.
Gleichzeitig war ich nun auch die älteste unter den Geschwistern. Wo ich sonst immer die jüngste zu Hause war, hieß es von nun an „you are my big sister“. Mit einem jüngeren Gastbruder (11 Jahre) und einer jüngeren Gastschwester (14 Jahre), mit der ich mir auch das Zimmer teilen musste, kamen neue Erfahrungen auf mich zu.
Meine Gastmutter Barbara arbeitete als Sekretärin im Rathaus von Aurora und mein Gastvater Tom als Feuerwehrmann. Ebenso wohnten im Haus noch die Katze Bell und der Hund Sharpey. Meine Gastfamilie besaß ein eigenes Haus, welches zentral in dem kleinen Ort Aurora gelegen war.
 

Meine Gastfamilie und ich vorm Homecoming Tanz

 Meine Gastfamilie zu Weihnachten

 
Nach einer Woche Einlebungszeit und kennen lernen der Umgebung hieß es dann auch für mich: „Ab in die Schule.“ Mit 400 Schülern, von der 9. bis 12. Klasse, war meine High- School eine der kleineren Schulen im Raum Nebraska. Die Schule begann um 8:20 Uhr und endete um 15.30 Uhr. Ich belegte die Fächer American History, English 11, Trigonometry (ein Mathematikkurs), Chorus, Weight Training, Graphic Arts, Study Hall und Food Basics. Im Vergleich zu unserem Schulsystem war es zunächst doch eine Umstellung. Man hatte nun auf einmal einen Spind, Mittagessen in der Schule, der Schultag dauerte länger und auch das Stundenplansystem war anders. Aurora High School hatte das System eines „Red- and White- Days“, was bedeutet, jeden zweiten Tag denselben Stundenplan zu haben. Zudem besaßen generell alle Schulen einen besonderen Schulgeist, der dadurch ausgezeichnet und verstärkt wurde, dass es Schulfarben gab, die in meinem Fall rot und schwarz waren, sowie ein Schulmaskottchen, an meiner Schule ein Husky.
Die Erwartungen, welche die Lehrer und die Schule an einen Schüler dort stellten, waren, mit unserem Schulsystem verglichen, eher minimal. Der Unterricht verlief wesentlich langsamer und weniger streng. Auch die Tests waren wesentlich einfacher, was allerdings dazu geführt hat, nicht ganz so viel gelernt zu haben.
Da alle Schüler, Schülerinnen und Lehrer aber sehr aufgeschlossen und äußerst hilfsbreit waren, ging es sehr schnell sich in die Kurse einzufinden, Freunde zu finden, Bekanntschaften zu schließen und sich allgemein wohl zu fühlen.
Mit dem Schulanfang begann auch die Volleyball-, Softball-, Golf- und American-Football-Saison, wo ich dem Volleyballteam beitrat. Unsere Trainingszeiten waren jeden Tag nach der Schule von 15:45 Uhr bis 18: 00 Uhr, was am Anfang für mich eher ungewohnt und sehr viel war. Jedoch gewöhnte ich mich daran und es machte auch eine Menge Spaß. Besonders am Anfang war es gut, ein Teil eines Teams zu sein, von dem ich ganz herzlich aufgenommen wurde. Somit habe ich schon gleich viele neue Leute kennen gelernt. 
Football als amerikanischer Nationalsport wurde immer freitags gespielt. Besonders diese Abende habe ich sehr genossen. Die Cheerleader, die Schulband hat gespielt, alle saßen in ihren Schulfarben auf den Tribünen und haben die Spieler angefeuert; oft habe ich mich in diesen Situationen wie im Film gefühlt.
 

Footballspiel auf dem Sportplatz der Highschool

Meine Volleyballmannschaft

 
Um noch ein wenig von Amerika zu sehen, fuhr ich im November für ein langes Wochenende gemeinsam mit anderen Austauschschülern aus dem Raum Nebraska nach Chicago. 
Der Besuch der Show: „Blue Man Group“ sowie ein Basketballspiel der „Chicago Bulls“ gegen „Indiana“, eine Sightseeing Tour, River Tour und noch vieles mehr machten den Aufenthalt zu einem ganz besonderen Erlebnis. 
Andere Highlights, wie Thanksgiving, Halloween, mein 17. Geburtstag und Silvester prägten mein halbes Jahr ebenfalls und machten es allgemein zu einer unvergesslichen Zeit.
Nachdem ich von all meinen neu gewonnnen Freunden sowie von meiner Gastfamilie Abschied genommen hatte, ging es dann am 5. Januar wieder nach Deutschland zurück.
 

Die Skyline von Chicago

Basketballspiel der NBL

 
Ich könnte noch soviel schreiben, aber dass was ich erlebt habe, lässt sich kaum in Worte fassen. Ich bin an meinen Aufgaben gewachsen, habe viele neue, wundvolle Menschen kennen gelernt und habe viele neue Erfahrungen gewonnen. Diese fünf Monate haben mein Leben geprägt, und ich werde immer an diese schöne Zeit zurückdenken. Ich bin glücklich, all dieses erlebt haben zu dürfen und bin froh mich für diesen Schritt entschieden zu haben.
Weitere Fragen beantworte ich jederzeit gerne.

 

Weitere Bilder gibt es in der Bildergalerie

 
Text und Fotos: Theresa Höveken
Gestaltung: Jonas Oberkirch


zurück