2005/2006 Polen

Was willst du denn in Polen?

Wir sind weltoffen, interessieren uns für andere Länder und ihre Sitten und wollen sie kennenlernen. Viele Schüler absolvieren deshalb die 11. Klasse nicht regulär am GSN, sondern versuchen sich an einem Auslandsjahr in Amerika, Australien, Frankreich oder Südamerika, was eine wirklich tolle Sache ist. Andere fahren oft in den Urlaub in die unterschiedlichsten Länder und Regionen, um einen Eindruck von der Lebensweise der Menschen dort zu bekommen.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, mein Auslandsjahr in einem eher untypischen Urlaubsland zu verbringen – in Polen. Unsere östlichen Nachbarländer werden nämlich oft übergangen, obwohl sie mindestens genauso faszinierend wie alle anderen Nationen sind. Doch wieviele Deutsche verbringen ihren Urlaub in der Ukraine, in Tschechien oder Moldawien? Haben diese Länder denn nicht auch ihren ganz eigenwilligen Charme und müsste uns das Ungewöhnliche an ihnen nicht eher anziehen als abschrecken?
Oft, wenn ich erzählte, dass ich in Polen mein Glück versuchen würde, waren die Menschen sehr verblüfft. Zum einen wegen der zugegebenermaßen schwierigen Sprache, doch hauptsächlich aus dem Grund, dass Osteuropa nie wirklich in unserem Blickfeld war. Vielleicht stehen uns auch einfach unbewusst Vorurteile im Wege, obwohl wir uns als aufgeschlossen bezeichnen.


Haben Sie schon einmal an einen Urlaub in der „zweiten“, eher unbekannten Hälfte Europas gedacht? Ich kann ihnen versichern: Es lohnt sich! Und obwohl mein Auslandsjahr aus anderen Gründen sicherlich nicht unproblematisch war, habe ich mir vorgenommen, Osteuropa weiter zu entdecken, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Kulturen kennenzulernen. 

In Polen habe ich eine andere Lebensweise kennengelernt, an der mir viele Dinge gefallen haben – zum Beispiel die berühmte Gastfreundschaft der Polen, die man ständig zu spüren bekommt. Egal, wohin man geht, sei es zu Freunden, Familie oder jemandem aus der Schule, immer begegnen einem die Menschen hilfsbereit und sehr offen. Bei Problemen mit der Sprache konnte ich immer jemanden um Hilfe bitten, der mir half, mein Problem zu lösen. Außerdem bin ich in den zweifelhaften Genuss eines für Polen ungewöhnlich langen und kalten Winters gekommen, den selbst ich dank “Zwiebeltechnik” unbeschadet überstanden habe. An solche Erlebnisse erinnert man sich gerne zurück!


Bildergalerie


Fotos und Text: Lilith Rüschenpöhler
Gestaltung: Tobias Klamt, Christine Otremba



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