2002/2003 Australien

Australia Exchange 2002

Ich war 16, als ich für ein halbes Jahr down under gegangen bin. Es hat sich wirklich gelohnt und ich habe viele neue und wichtige Erfahrungen gemacht, die viele meiner Ansichten und Einstellungen verändert haben.
Bevor ich den Austausch gemacht habe, wollte ich gerne zu einer netten (wohlhabenden) Familie an die East Coast kommen. So viel zu den Träumen. Ich glaube, dass jeder (oder fast jeder) sich so etwas
erhofft.

Ich bin dann aber nach WA (Western Australia) gekommen, aber das fand ich auch nicht schlimm. Jetzt finde ich, dass WA der schönste Teil ist. Das Wetter ist nicht so schwül wie in Queensland und der Lifestyle ist deutlich relaxter.


Die Familie schien ganz nett zu sein. Meine erste Hostmum war geschieden und hatte 5 Kinder, ich war also das sechste. Die finanzielle Situation der Familie war nicht sehr gut und entwickelte sich negativ während meines Austausches. Die zwischenmenschliche Beziehung zu den meisten Familienmitglieder wurde mit zunehmenden Geldproblemen immer schlechter. Das beste für mich in der Familie war, dass der hostbrother, mit dem ich ein Zimmer geteilt habe, nicht gegen mich war. Wir hatten ein gutes freundschaftliches Verhältnis.

  

Nach etwa drei einhalb Monaten habe ich an einer Safari teilgenommen. Dies war bis dahin meine beste Erfahrung in Australien. Ich habe dort viele Exchange Students getroffen und sehr viel Spaß gehabt. 
Eine Woche nach der Safari habe ich für die letzten 2 Monate die Familie wechseln können. Ich war sofort willkommen und hatte ein richtiges Familienleben. Die neue Familie war offener als die erste. 
Die letzte Zeit war die beste für mich in Australien. Aber ich muss ganz klar sagen, dass ich es gut fand, sowohl die arme Familie ohne wirkliches Familienleben als auch die Geborgenheit und das Akzeptanz in der zweiten Familie erlebt zu haben. Durch diese Erfahrungen habe ich die für mich selbstverständlichen Dinge hier mehr schätzen gelernt. Ich habe erst begriffen, wie viel Luxus wir hier haben. 

Selbstverständlichkeiten, wie dass meine Familie immer genug Geld für Essen hat oder auch dass man eigentlich immer die Chance hat seine Freunde zu sehen, haben nicht alle Kinder. 
In den letzten zwei Monaten hat mein Freizeitleben erst richtig begonnen. Ich war in einem der besten Reviere Windsurfen.


Da ich das Windsurfen schon vorher beherrschte, habe ich noch Wave Surfing (Wellenreiten) Lessons genommen. Das war einfacher als ich dachte und hat richtig Spaß gemacht. 
Ansonsten war ich in den letzten Monaten viel am Strand und hab mich mit Freunden getroffen.
Die Schule durfte ich auch besuchen. Die Schule fand von Montag bis Freitag zwischen 8.30 Uhr und 15 Uhr statt. 
Das Bildungsniveau hängt in Australien stark von der Schule ab, zu der man kommt. Die Schule war für mich deutlich einfacher als in Deutschland. Lisa, meine schwedische Hostsister in der zweiten Familie, war auf einer privaten Schule, wo ein etwas höheres Leistungsniveau abverlangt wurde.

Alles in allem war der Austausch eine gute Erfahrung und in jeden Fall würde ich noch einmal down under gehen.

Bildergalerie
 
Text und Gestaltung: Julian Gärtner, Fabian Reinsch