Diskussionsrunde über Zero Waste in Paderborn mit Bürgermeister Michael Dreier 18.11.2019

Im Rahmen der europäischen Woche der Abfallvermeidung hatte die Umwelt-AG mit ihrer Leiterin Regina Arendt Gelegenheit, in einem Gespräch mit Bürgermeister Michael Dreier eigene Ideen zur Müllvermeidung vorzustellen und Vorschläge zu diskutieren.

Der Anlass für die Einladung des Bürgermeisters war ein Brief der Umwelt-AG, in dem die AG-Mitglieder die massenhafte Verwendung von Einwegplastik kritisieren und vorschlagen, dass sich die Stadt Paderborn der Zero-Waste-Bewegung anschließen solle. „Zero Waste“ bedeutet in der Praxis, zunächst so viel Müll wie möglich zu vermeiden und den Abfall, der sich nicht vermeiden lässt, konsequent zu recyceln. Auf Schulebene konnte die AG gemeinsam mit dem Religionskurs 8 von Ingrid Löcke und der SV bereits einige Aktionen anstoßen, doch Plastikverpackungen, Einwegflaschen, To-Go-Wegwerfbecher und Co sind Probleme, die alle Einwohner der Stadt betreffen.

So fanden sich knapp 30 GSN-Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 11 am Nachmittag in der Kantine des ASP ein. Dort informierten Dietmar Regener und Mechthild Hopmeier über die Arbeit des ASP und bereits laufende Maßnahmen zur Abfallvermeidung wie beispielsweise das Paderborner Pfandbecher-System, die Tausch- und Verschenkbörse, Brotdosen für Schulanfänger, Werbung für Mehrwegflaschen bei den Paderborner Bundesliga-Fußballspielen usw.

Etwa 90 Minuten stellte sich der Bürgermeister den Fragen der Schülerinnen und Schüler und hörte sich Meinungen und Vorschläge an. Er versprach, einige Dinge näher ins Auge zu fassen und zu prüfen, wie man durch gemeinsame Aktionen das Thema Abfallvermeidung in Paderborn weiter voranbringen kann.

Ein wenig desillusioniert waren vor allem die Unterstufenschüler, als ihnen durch die Ausführungen von Herrn Dreier klar wurde, wie wenig Einfluss die lokale Politik auf den regionalen Handel hat. Ein Verkaufsverbot von Kosmetika mit Mikroplastik etwa könne die Stadt genauso wenig aussprechen wie ein Werbeverbot für Artikel in unangemessen aufwendigen Plastikverpackungen.

„Informieren, sensibilisieren und motivieren“ müsse die Strategie sein und dabei, so der Bürgermeister, ist die Jugend eine große Unterstützung! „Sagt euren Eltern, dass ihr Getränke aus Mehrweg-Pfandflaschen trinken wollt, oder dass ihr Obst und Gemüse ohne Verpackung aus der Region essen wollt statt eines verpackten Fertigprodukts.“

„Informieren und sensibilisieren“ hat sich die Umwelt-AG zu Herzen genommen und hat Absprachen mit dem ASP für die weitere AG-Arbeit getroffen. Als Motivation gab es für alle zum Abschluss eine Brotdose vom ASP.

Fotos: Ingrid Löcke
Text: Marion Schäfers