Zwei Wochen Praktikum bei Fujitsu 18.02.2015

Bericht zum Praktikum bei Fujitsu von Matthias Artmann

Ich habe mein Schülerbetriebspraktikum bei Fujitsu Technology Solutions, einer europäischen Tochterfirma des japanischen IT-Unternehmens Fujitsu gemacht. Da Paderborn ein wichtiger Standort der Computertechnik in Deutschland ist, gibt es hier viele Möglichkeiten, in dieser Branche zu arbeiten, bzw. dieses Berufsfeld zu erkunden.

Der Paderborner Standort von F.T.S. ist auf die Entwicklung und Erprobung von Serversystemen spezialisiert. Die zum größten Teil in Augsburg gefertigten Server werden in Paderborn auf Leistungs- und Funktionsfähigkeit sowie Kompatibilität mit allen verwendeten Bauteilen getestet und weiterentwickelt, bis ein Modell serienreif ist und auf den Markt kommt. Danach müssen die Systeme verkauft und gewartet werden, wobei der Kundenservice von Fujitsu eine wichtige Rolle spielt.

 

In einem so großen Unternehmen wie Fujitsu Technology Solutions gibt es viele verschiedene Abteilungen, die auf ihre Zuständigkeitsbereiche spezialisiert sind, daher gibt es eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten für einen passenden Beruf. Um bei Fujitsu zu arbeiten, muss man sich nicht unbedingt gut in der Informatik auskennen, viele Aufgabenbereiche haben auch mit Logistik, Kundenbetreuung, Wirtschaft oder Personalverwaltung zu tun.

Da ich besonders an der Systemtechnik und den innerhalb der Server ablaufenden Prozessen interessiert bin, habe ich mich um eine Praktikumsstelle im Bereich System Engineering beworben und für zwei Wochen am Arbeitsalltag dieser Abteilung teilgenommen.

 

Ich hatte vorher keine genaue Vorstellung von den Aufgaben, die mich dort erwarten würden. Ich rechnete damit, vor allem schriftliche und theoretische Aufgaben zu bekommen, bei denen ich mir Lösungsstrategien für bestimmte Probleme überlegen oder kleine Programme schreiben sollte. Außerdem hatte ich zusammen mit der Aufregung am ersten Arbeitstag Bedenken, was meine Betreuung anging und machte mir große Sorgen, meine Aufgaben alleine nicht erfüllen zu können.

Als ich dann aber von meinem Betreuer empfangen und meinen Kollegen vorgestellt wurde, verflogen diese Sorgen sehr schnell.

Der erste Tag bestand vor allem aus dem Kennenlernen der Gebäude, der Arbeitsplätze und den Mitarbeitern. An den darauf folgenden Tagen wurde mir sehr viel erklärt, wie z.B. Sicherheitsvorschriften zum Schutz von Computerbauteilen, der gesamte Weg eines Produkts von der Planung bis zur Serienproduktion und die Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen. Dabei konnte ich allein durch Zuschauen und die Erklärungen meiner Betreuer sehr viel über die alltäglichen Aufgaben eines Angestellten bei Fujitsu lernen. Außerdem habe ich einiges über die Funktionsweise eines Servers und Computertechnik allgemein gelernt.

 

Als Projekt der ersten Woche habe ich einen BX2580M1-Server zusammengebaut und Temperaturtests mit diesem durchgeführt. Als erstes galt es, die notwendigen Komponenten wie die Prozessoren, Arbeitsspeicher und eine Festplatte in den Serverblade einzubauen. Diese Aufgabe erforderte viel Fingerspitzengefühl und ich musste genau nach den Anweisungen meines Betreuers arbeiten, damit nichts beschädigt werden konnte.

Danach wurde die richtige Software auf dem System installiert und ich wurde mit den verschiedenen Tools für die Messungen vertraut gemacht. Die anschließenden Messreihen konnte ich zwar fast alleine aufstellen, es war aber trotzdem immer jemand da, um mir bei Bedarf zu helfen. Bei den Messungen ging es um die Temperatur der Prozessoren (CPUs). Dazu konnte ich die CPUs mithilfe eines Programms verschieden stark belasten und die Ergebnisse direkt auslesen. Zusätzlich wurde noch ein Test zur Temperatur bei unterschiedlicher Luftzufuhr durchgeführt. Die anschließende Auswertung der vielen Daten geschah mithilfe einer Darstellung der Messreihen in Diagrammform, wodurch die Temperaturverläufe sehr übersichtlich und deutlich zu erkennen waren.

Diese Messungen waren anfangs sehr spannend, später jedoch immer zeitintensiver und eintöniger. Wie sich herausstellte, war das Absicht, denn am nächsten Tag ging es darum, diese Messungen zu automatisieren. Dazu erstellte ich ein Skript (in Form einer .bat-Datei), welches alle Messreihen der Vortage automatisch aufstellen und sogar die Ergebnisse in passende Tabellen schreiben konnte. Dieses Skript ließen wir über das Wochenende Daten sammeln und konnten die Ergebnisse in der nächsten Woche auswerten.

In der zweiten Woche gab es in der Firma mehr zu tun, als in der ersten Woche, daher konnte ich den Mitarbeitern bei ihren Aufgaben zuschauen und bei einigen sogar mithelfen, wie z.B. bei der Demontage von getesteten Serverblades, die in Einzelteilen zurück zur Produktionsstätte geliefert werden sollten. Außerdem konnte ich das Umweltlabor in einem benachbarten Gebäude besuchen. In diesem Labor gibt es spezielle Testkammern, in denen man alle möglichen Umgebungsbedingungen für Belastungstests mit den Servern simulieren kann. Es gibt z.B. verschiedene Klimakammern, die sowohl sehr hohe als auch sehr niedrige Temperaturen erreichen können und eine bewegliche Plattform, die strukturelle Belastungen bei Transportfahrten simuliert. All diese Tests sind notwendig, um dem Kunden einwandfreie Funktionalität der Systeme unter allen Bedingungen garantieren zu können.

Am letzten Tag gab es eine Abschlussbesprechung zur endgültigen Marktfreigabe der BX2580 M1-Server, demselben Modell, mit welchem ich in der Woche davor die Temperaturmessungen durchgeführt habe.

 

Besonders gut gefallen hat mir an meinem Praktikum bei Fujitsu, dass ich zu jeder Zeit gut betreut wurde und sehr ausführliche Erklärungen meiner Aufgaben erhalten habe. Dadurch konnte ich einen sehr guten Eindruck von diesem Berufsfeld erhalten und mir eine bessere Vorstellung von meinem eigenen Berufswunsch machen (außerdem war das Mittagessen gratis ;) Darüber hinaus herrschte zu jeder Zeit eine gute Atmosphäre, da alle Mitarbeiter freundschaftlich miteinander umgingen und bei mir den Eindruck erweckten, ein gutes Team zu sein.

 

Ich kann ein Praktikum bei Fujitsu Technology Solutions nur empfehlen, da ich am Ende der zwei Wochen keine Wünsche für eine bessere Arbeitserfahrung mehr offen hatte. Da das GSN mit Fujitsu zusammenarbeitet, finden auch von der Schule organisierte Besichtigungen der Umweltlabore statt, die man nutzen kann, um sich im Vorfeld einer Bewerbung über das Unternehmen zu informieren.

 

Text und Bilder: Matthias Artmann

Gestaltung: Lena Kociemba