Christine Otremba bei RSK- Architekten

Praktikum beim Architekten

   

Der Beruf des Architekten ist eine abenteuerliche Tätigkeit: Ein Grenzberuf in der Schwebe zwischen Kunst und Wissenschaft, auf dem Grat zwischen Erfindung und Gedächtnis, zwischen dem Mut zur Modernität und echter Achtung der Tradition. Der Architekt lebt notgedrungen gefährlich. Er arbeitet mit allen Arten von Rohstoffen, womit ich nicht allein Beton, Holz und Metall meine, sondern ebenso Geschichte und Geografie, Mathematik und Naturwissenschaften, Anthropologie und Ökologie, Ästhetik und Technologie, Klima und Gesellschaft. Mit all diesen Dingen muss er sich täglich messen. Der Architekt übt die schönste Tätigkeit der Welt aus. Denn auf diesem kleinen Planeten, auf dem bereits alles entdeckt worden ist, ist das Entwerfen noch eines der grossen möglichen Abenteuer.

Renzo Piano
 

   

   
Mein 2-wöchiges Praktikum habe ich in dem Architekturbüro der RSK- Architekten (Rehermann, Scherhans, Krawinkel) absolviert.
Mit gemischten Gefühlen trat ich am 14.01. zum ersten Mal meine Arbeit in der Kilianstraße 20 an.
Als ich meine Mitarbeiterinnen - eine Architektin und zwei Bauzeichnerinnen- kennenlernte, waren bereits alle meine Sorgen und Bedenken verflogen: Alle drei mochte ich sofort! Sie waren freundlich und nett, hießen mich Willkommen und führten mich durch die Büroräume. Die Leitung des Büros haben die Architekten Herr Rehermann und Herr Scherhans letzten Sommer von Herrn Professor Krawinkel übernommen. Die beiden Nachfolger waren selten im Büro, da sie noch in einem zweiten Architekturbüro tätig sind. Allgemein beschäftigen sie sich zudem mit den Baukontrollen und den Kostenschätzungen, wobei sie ihre meiste Zeit außerhalb auf den Baustellen verbringen. Die Mitarbeiterinnen arbeiten den ganzen Tag am PC und zeichnen die Baupläne.
Auf Anhieb fiel mir das gute Betriebsklima zwischen den Kollegen auf: Alle helfen und unterstützen sich gegenseitig! Es kommt in einem Architekturbüro auf die Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft an! Einzelarbeit ist nicht gefragt! Obwohl jeder sein eigenes Aufgabengebiet hat, sind dennoch alle Aufgaben voneinander abhängig. Jeder Kollege trägt eine große Verantwortung für seine Arbeit. Wenn durch unkonzentriertes Arbeiten Fehler in den Bauzeichnungen auftreten, kann es auf dem Bau zu vielen Komplikationen, Missverständnissen und schließlich zu Zeitproblemen kommen. Neben dem mathematischen Verständnis, dem räumlichen Denken und zeichnerischen Fähigkeiten, verlangen die Tätigkeiten eines Architekten außerdem Organisation!
An einem Bau sind zig verschiedene Firmen beteiligt. Jeder von ihnen stellt Fragen, hat Problme und braucht neue Informationen. Dass da bei den Architekten das Telefon nie still steht, ist verständlich. Da heißt es: Nerven behalten und nicht verrückt werden bei dem vielen Telefongeklingel.
   

Mein Arbeitsplatz für 2 Wochen

 
   
Während meines Praktikums habe ich gelernt, wie vielfältig der Beruf des Architekten ist. Ich erhielt sowohl durch Beobachtungen, Erklärungen, aktive Mitarbeit (eigene Zeichnungen, Räume messen, Arbeit mit dem Computer) als auch durch Gespräche mit den Kollegen einen guten Einblick in das Berufsfeld. Außerdem beherrschte ich nach einer Woche das Computerprogramm ArchiCAD bereits so gut, dass ich mir am Computer ein 3D "Traumhaus" bauen konnte.
Besonders gut haben mir die Ausflüge mit Herrn Rehermann auf die Baustellen gefallen, da sie Abwechslung zur Büroarbeit boten und der Kontakt und Umgang mit Menschen erforderlich war.
Was mir zu Beginn der Woche schwierig gefallen ist, waren die lagen Arbeitszeiten ( von 8.00 - 17.00 Uhr). Es gibt nur eine Mittagspause und keine Arbeitsunterbrechungen durch fünf Minuten Pausen wie in der Schule. Dazu kam, dass ich durch den späten Feierabend und die Müdigkeit nach einem so langen Arbeitstag, in meinen Freizeitaktivitäten einschränkt war.

Dank der netten und hilfsbereiten Kollegen habe ich während meines Praktikums eine Menge Erfahrungen gesammelt und sehr viele Informationen über das Berufsfeld erhalten.
Die zwei Wochen boten mir einen sehr interessanten Einblick in das Berufsleben und sind mir sicherlich eine große Hilfe bei meiner zukünftigen Berufswahl!

 
   

Meine Kolleginnen

Der Plotter, mit dem die komplexen Baupläne ausgedruckt werden.

   
   
   
Text und Fotos: Christine Otremba
Gestaltung: Christine Otremba