Jonas Weege beim „Dezernat 53“ in NRW

Zwei Wochen „Dezernat 53“

Praktikum im Ausbildungszentrum der Polizei NRW

Der Eingansbereich des Hauptgebäudes
Im Rahmen der Berufsorientierungswochen in der Jahrgangsstufe 12 hatte ich vom 15. bis 26. Januar 2007 die Möglichkeit, zwei Wochen lang an der Ausbildung von Polizeikommissar- anwärtern/-innen im „Institut für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW“ in Schloß Holte-Stukenbrock teilzunehmen.
Am ersten Praktikumstag wurde ich zunächst durch das Gelände geführt, welches neben den Ausbildungsgebäuden einen Sportplatz, eine Schwimm- und Sporthalle, einen Verkehrsübungsplatz, mehrere Schießstände, einen Hundeplatz, mehrere „Tatort-Wohnungen“, einen Hubschrauberlandeplatz und verschiedene Unterkünfte sowie eine Mensa für die Auszubildenden umfasst. Zugleich bekam ich meinen Wochendienstplan ausgehändigt und sollte ab sofort am normalen Ausbildungsbetrieb teilnehmen.
Meine Ausbildungsgruppe bestand aus 14 Auszubildenden, zu gleichen Teilen Frauen und Männer, die bis dahin ihr theoretisches Fachwissen in einer dreimonatigen Fachhochschul-Phase vermittelt bekommen hatten.  Die Auszubildenden wohnen während ihrer ersten praktischen Phase drei Monate lang in komfortablen Zimmern innerhalb des Ausbildungszentrums.
Nun begann also für uns alle diese praktische Phase, die in verschiedene Blöcke unterteilt ist: Polizeisport/Schwimmtraining, Eingriffstechniken, das sogenannte PTS (polizeitechnisches Seminar), Schießtraining, Verhaltenstraining und ein Erste-Hilfe-Kurs. Ich bekam die Möglichkeit, an all diesen Kursen aktiv teilzunehmen und konnte so einen großen Einblick in die Ausbildungsarbeit der Polizei und meinen angestrebten Beruf erlangen.
Schießtraining in einem der drei Stände im IAF

Bei gestellten Unfällen erlernten wir die Unfall-Aufnahme, Spurensicherung, Zeugenbefragung und das Verfassen von Polizeiberichten. Des Weiteren simulierten wir Einbrüche in eine der Tatort-Wohnungen und lernten die Rekonstruktion des Tathergangs mittels verschiedener Arten der Spurensicherung am Tatort kennen.

Beim ersten Schießtraining trafen wir Einsatzkräfte des SEK Bielefeld, die dort ihr Schießtraining absolvierten. Dies war selbst für die Auszubildenden ein kleines „Highlight“. Vor jedem Schießtraining wurden in der Gruppe die Waffen aus der Schießkammer abgeholt. Dazu gehörte eine genaue Sicherheitseinweisung sowie die Belehrung über Aufbewahrung und Reinigung der Waffen (nach jedem Schießen).
Auch beim Fahrsicherheitstraining wurde mir als „dritter Mann im Wagen“ bei verschiedenen Reaktions- und Geschicklichkeitsübungen klar, wie wichtig eine totale Beherrschung des Fahrzeugs für einen Polizisten im Einsatz ist.
Natürlich gehört auch die körperliche Fitness zum Ausbildungsprogramm der Polizei dazu. Beim Polizeisport und bei den Eingriffstechniken kam jeder von uns an seine körperlichen Grenzen, die durch regelmäßiges Training während der Ausbildung verbessert werden sollen.
Fahrsicherheitstraining mit einem Zivil-Fahrzeug

Ich konnte auch die ansässige Hundeschule besichtigen, die für die sehr gute Ausbildung ihrer Schäferhunde zu Spürhunden bekannt ist. Die Geruchsspurenvergleichshunde beispielsweise sind in der Lage einen Gegenstand einer Person zuzuordnen, obwohl diese den Gegenstand nur mit Handschuhen berührt hat. Brandmittelspürhunde können einen Tropfen (wenige Milliliter!) eines  Brandbeschleunigers wie Benzin auf einer Fußballfeld-großen Fläche punktgenau anzeigen. Außerdem hatten wir das Glück, dass eine Hündin einige Wochen zuvor den Rekord-Wurf von 16 kleinen Hundewelpen zur Welt brachte.
Es ist wirklich beeindruckend, wie viele Erfahrungen ich in diesen zwei Wochen über die Ausbildung und den Beruf des Polizisten machen durfte und wie spannend und erlebnisreich diese Tage waren.


Für die tolle Unterstützung seitens meines Praktikumbetreuers aus Stukenbrock Herrn Knoop und die freundliche Aufnahme der Ausbildungsgruppe „D wie Dora“ möchte ich an dieser Stelle noch einmal „DANKE“ sagen. Es waren unvergessliche zwei Wochen und ich hoffe sehr, dass auch ich eines Tages in das „Ausbildungszentrum Erich Klausener“ in Schloß Holte-Stukenbrock einziehen darf.
 

 

Bildergalerie
 

Text: Jonas Weege
Bilder: IAF "E.K." Schloß Holte-Stukenbrock