Karen Sinnhuber bei On Time PR 01.02.2003

BOW am GSN

Portrait eines Praktikums: Zwei Wochen bei On Time PR

Ein Bericht von Karen Sinnhuber

Als ich Mitte des vergangenen Jahres meine Suche nach einem passenden Praktikumsplatz für mich begann, stieß ich auf einige Probleme; denn wo findet man in Paderborn und Umgebung schon eine Agentur, einen Betrieb oder eine Firma, die ihr Aufgabenfeld im Bereich Mode hat, für das ich mich interessiere? Paderborn ist modetechnisch gesehen doch eine Provinzstadt - das war zumindest mein erster und vielleicht auch etwas vorurteilhafter Gedanke. Denn ein genauer Blick in die bekannten „Beauty- und Fashionzeitschriften“ ließ auf mehr hoffen, da ich dort in den Herstellerverzeichnissen unter einigen Modemarken von der Agentur On Time PR mit Sitz in Borchen las! Wer hätte das gedacht? Kurzerhand informierte ich mich über diese Agentur und die aufgeschlossene Art und die Aufgabenfelder von On Time PR ließen kaum einen Zweifel daran, dass ich mich hier bewerben wollte, um wenigstens für zwei Wochen einen kleinen Eindruck in die Werbebranche zu erhalten, die sich speziell auf die Bereiche Fashion und Beauty konzentriert.


Genauer gesagt ist die Agentur On Time PR das Sprachrohr der von ihnen persönlich betreuten Kunden ( z.B. die Marken „Only“, „Vero Moda“, „Skechers“, „Dr. Martens“ etc.). Sie geben die aktuellen Informationen der einzelnen Unternehmen an die Presse weiter. Diese Informationen, die durch Mailings weitergegeben werden, geben Auskunft über die neuesten Produkte, Kollektionen etc. oder beinhalten „Special Events“ der Unternehmen. Außerdem tritt die Agentur auch in Interaktion mit den Redaktionen auf Pressebesuchen, wobei die Redakteure persönlich über die neuen Produkte etc. informiert werden. Auch auf Modemessen ist On Time PR präsent, um Informationen an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Desweiteren versendet die Agentur Pressemuster an die einzelnen Magazine und Zeitschriften, die dann schließlich von den Redaktionen fotografiert und veröffentlicht werden. Die Pressemuster werden anhand von Angaben zu den Themenschwerpunkten der Ausgaben der einzelnen Zeitschriften ausgewählt.

Gleich zu Beginn des Praktikums wurde ich von den 6 Mitarbeiterinnen der Agentur sehr freundlich begrüßt und auch schnell in die anstehende Arbeit mit eingebunden. Auch das Ambiente und die räumliche Gestaltung der Agentur überraschte mich positiv. Besonders die alte Mühle, in der die Agentur On Time PR und noch einige andere Firmen ihren Sitz gefunden haben, mit ihrer interessanten Mischung aus altem Gemäuer und moderner Glasfassade,aber auch die helle und etwas verwinkelte Raumaufteilung begeisterte mich.



In den folgenden zwei Wochen lernte ich dann kennen, was es bedeutet Öffentlichkeitarbeit zu praktizieren. Denn häufig bestand meine Tätigkeit z.B. darin Presseaussendungen mit einer besonderen Sorgfalt fertigzustellen oder selbst Pressetexte zu formulieren. Oft erstellte ich auch sogenannte „Clippings“. Hierbei schaute ich die diversen Modemagazine nach Veröffentlichungen der betreuten Kunden nach, markierte sie nach einem bestimmten Schema, um sie wieder als Art Beweisstück für die Veröffentlichung an den Hersteller zu schicken. Zusätzlich werden diese Veröffentlichungen auch nach Kunden- und Zeitschriftenart in Pressemappen einsortiert. Immer mal wieder übernahm ich auch den Telefondienst und beantwortete so gut wie möglich Leseranfragen, die z.B. wissen wollten, wo sie in ihrer Umgebung eine bestimmte Marke oder ein Kleidungsstück der von On Time PR betreuten Kunden finden können. Besonders interessant für mich waren allerdings die Anfragen der Mode- und Fernsehredaktionen nach Musterartikel zu einem bestimmten Thema. So konnte ich z.B. für die Zeitschrift „Joy“ zum Thema „American Diner“ passend zur Zielgruppe und zum allgemeinen Image der Zeitschrift einige Artikel aus dem „Show-room“ auswählen, in Lieferscheine eintragen und schließlich für den Versand vorbereiten. U.a. rief auch die Redaktion der Talkshow „Bärbel Schäfer“ an, die zum Thema „ Wie werde ich eine Prinzessin“ einige Kleidungsstücke benötigte! Besonders hierbei wurde mir bewusst, wie sehr die eigene Arbeit öffentlichkeitsrelevant ist!


Begriffe wie „Clippings“, „Look-book“, „Spring/Summer und Autumn/Winter collection“, „Show-room“ und „New Fashion Styles“ gingen mir bei solch einer Tätigkeit schon bald ohne Weiteres über die Lippen!


Abschließend lässt sich sagen, dass sich für mich das Praktikum auf Grund der guten Mischung aus interessanter Arbeit, bei der ich ein wenig „hinter die Kulissen“ schauen konnte, und ausgelassener, freundlicher und manchmal sogar schon familiärer Atmosphäre auf jeden Fall gelohnt hat. Auch wenn diese Arbeit nicht unbedingt ganz genau meinem späteren Berufswunsch entspricht, wurde ich dennoch darin bestätigt, auch weiterhin meinen Beruf in der Modebranche zu sehen.

Text und Fotos: Karen Sinnhuber
Gestaltung: Eva Nicolin-Sroka


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