2006 Vortragsreihe 23.11.2006

"Was macht mir den einen Menschen sympathisch, den anderen nicht?"
Myers-Briggs-Typen-Indikator
Vortrag von Karin Brämisch-Meyer am 24.11.2006

Wer möchte nicht wissen, mit welchem Menschentyp er es im Leben zu tun hat, welchen Umgang er mit bestimmten Menschen pflegen kann und wozu man ein solches Wissen einsetzen kann.
Frau Brämisch-Meyer fand in ihrem Vortrag "Was macht mir den einen Menschen sympathisch, den anderen nicht?" auch dank ihrer zahlreichen Beispiele aus Wirtschaft, Schule und Alltag überzeugende Antworten, und sie vermittelte zudem verblüffende Einsichten.

 

Die Referentin gab mit diesem Eingangszitat die Ausgangsposition vor
 

Der Ehemaligen-Verein (jetzt alumni GSN) hatte zu dieser Veranstaltung in die Aula geladen, die unverdientermaßen nicht ganz den großen Zuspruch genoss. Karin Brämisch-Meyer, Mutter dreier Kinder, mit wechselnden Tätigkeiten im Unternehmensmanagement verschiedener Firmen, vornehmlich im IT-Sektor, referierte über den Myers-Briggs-Typen-Indikator und damit über die Möglichkeit der Einschätzung der Persönlichkeit, um so geeignete und passende Mitarbeiter für ein Unternehmen zu finden. Frau Brämisch-Meyer berief sich dabei auf die "Psychologischen Typen" von C.G. Jung, der wie die ihm nachfolgenden Psychologinnen Katherine Cook Briggs  und deren Tochter Isabel Myers beobachtete, dass die Aneignung der Welt durch die Menschen recht unterschiedlich ist.
Daraus leiteten Briggs und Myers ein Modell ab, das vier Gruppen mit jeweils zwei entgegen gesetzten Polen aufweist, in das nun Menschen mit ihren Wahrnehmungen, Beurteilungen, Haltungen etc. eingeordnet werden.
 

Frau Brämisch-Meyer vor ihrer Flip Chart

Der handverlesene Zuhörerkreis


So gibt es beispielsweise im Bereich der Wahrnehmung mehr introvertierte oder mehr extrovertierte Menschen, bei der Verarbeitung von Sinneseindrücken mehr intuitive oder eher sensorische Personen, bei der Art und Weise der Entscheidungsfindung die Denker oder die Fühlenden, schließlich die J-Typen (J=Judging) und die entgegen gesetzten P-Typen (P=Perceiving). Letztere unterscheiden sich in der Beurteilung von Entscheidungen. So hält sich der J-Typ penibel an seine Termine und plant im Voraus, dagegen kommt der P-Typ mit seiner Terminsache erst in letzter Minute.
 

In der sich anschließenden regen Diskussion unterstrich die Referentin, dass sich derartige Klassifizierungen verlässlich schon mit dem 15. Lebensjahr "zeitstabil" herausbilden. Den Anwesenden war am Ende deutlich geworden, dass der MBTI  der Selbsteinschätzung und der Ermittlung von Präferenzen anderer Personen dienen kann. Alle Typen sind gleichwertig und können voneinander lernen - und das vor allem in Unternehmen und auch in der Schule.
Toleranz und Achtung vor dem Anderen und dem Andersartigen sind bei einer solchen Betrachtung die logische Konsequenz.
 

Text & Fotos: Rainer Sroka
Gestaltung: Eva Nicolin-Sroka