MINT-EC Camp Produktionstechnik - Online Event 2020 08.01.2021

Produktionstechnik - Exzellenzcluster Internet of Production IoP der RWTH Aachen University

Die Digitale Revolution oder das Industrie 4.0 verändern die Art und Weise, wie Produkte entwickelt, hergestellt und vertrieben werden. Gleichzeitig revolutioniert das Vordringen von intelligenten Systemen, die Vernetzung von Dingen und Menschen sowie die computergesteuerte Produktion unsere Lebens- und Arbeitswelt. Es stellt sich die Frage, welche Aufgaben wir als Menschen in dieser neuen Welt zukünftig übernehmen werden. 

Das MINT-EC Camp Produktionstechnik vom Exzellenzcluster Internet of Production IoP der RWTH Aachen University fand vom 07. bis 10.11.2020 digital statt. 20 Schülerinnen und Schüler bekamen die Möglichkeit, Einblicke aus verschiedenen Blickwinkeln in die Vielfalt der produktionstechnischen Themen zu erhalten und sich mit Experten auszutauschen.  

Am ersten Tag erhielten wir Informationen zum Studium an der RWTH Aachen inklusive eines digitalen Campus-Rundgangs, einen Vortrag zur exzellenten Forschung an der RWTH Aachen vom Geschäftsführer Dr. Matthias Brockmann und Einblicke in die Textiltechnik von Florian Brillowski und Hannah Dammers, welche zum Institut für Textiltechnik gehören. 

Am folgenden Tag hielt Maximilian Brosda vom Institut für Lasertechnik eine Vorlesung zur Photonik und ermöglichte uns mittels eines Livestreams eine Laborführung sowie Vorführungen von Diodenlasern und Varianten des Rapid Prototypings. Anschließend knüpfte André Bräkling von der KEX AG mit der Vorstellung von „Scientific Cooperation / Cooperation Plattforms“ sowie dem IoP-Portal und der entwickelten Corona-Plattform an. Nach diesen Einblicken durften wir nach der Mittagspause in eigenen Arbeitsgruppen aktiv werden und einzelne Elemente des Produktionscamps selbst noch einmal ausarbeiten, um diese der gesamten Gruppe am folgenden Tag bei der Abschlussrunde vorstellen zu können – meine Gruppe beschäftigte sich hierbei mit der Thematik „Der Mensch in der Produktion“. Wir fokussierten uns auf die Ergonomie. Diese bezeichnet die Schnittstelle zwischen Mensch, Maschine und Umwelt und strebt die optimale Anpassung der Arbeitsumgebung und der zahlreichen Arbeitsgeräte an die menschlichen Bedürfnisse an. Wir behandelten die Teilbereiche der physischen, kognitiven und Organisationsergonomie sowie Vor- und Nachteile sowie Risiken. In der Praxis setzt beispielsweise Audi bereits das High-Tech-Konstrukt „Chairless Chair“ ein, welches aus Carbon besteht und das Sitzen ohne einen Stuhl ermöglicht. Der Chairless Chair wird wie ein Exoskelett an der Rückseite der Beine getragen und bietet eine Sitzfläche unterhalb der Oberschenkel. Sensoren erkennen die Bewegungen des Nutzers und versteift die Glasdruckfedern, so dass die Konstruktion das Hinsetzen gewährleistet. 

Am letzten Tag erhielten wir einen Vortrag und eine virtuelle Führung zur Industriellen Robotik von Aline Kluge-Wilkes, welche zum Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen gehört. Anschließend hörten wir von Dr. Dr. Alexander Mertens vom Institut für Arbeitswissenschaft den Vortrag „Der Mensch in der Produktion der Zukunft“ und konnten in einem interaktiven Workshop einen Alterssimulator selbst bauen und testen. Maria Linnartz und Sebastian Junglas vom Forschungsinstitut für Rationalisierung zeigten uns in einem virtuellen Rundgang eine Demofabrik und erläuterten uns Grundlagen des Supply Chain Managements. Nach der Mittagspause trafen wir uns in unseren Arbeitsgruppen wieder, stellten die Vorträge fertig und präsentierten sie anschließend vor der großen Runde. Anschließend reflektierten wir zusammen das Camp, hatten eine Feedback-Runde und wurden dann verabschiedet. 

Text: Nora Holthöfer

Die Industrie 4.0 unterstützt mittels Assistenzsystemen den Menschen bei der Arbeit
Einsatz innovativer Techniken, welche die Montagearbeit der Zukunft verändern