MINT-EC-Camp Megatrends der Automobilindustrie 11.07.2019

Das MINT-EC-Forum „Megatrends der Automobilindustrie“ fand statt am 13.05.2019 und 14.05.2019 in der aktuellen Bundesgartenschaustadt Heilbronn statt. Thematisiert wurden hierbei die interessanten und auch hochanspruchsvollen Themenfelder Deep Learning und Sensorik sowie speziell das autonome Fahren von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr.

Aufgrund der langen Anreise (Paderborn-Heilbronn dauert mit der Bahn etwa fünf Stunden) und der bekanntlich sehr zuverlässigen deutschen Bahn reiste ich einen Tag früher an, um bereits das liebevoll geschmückte Bundesgartenschaugelände zu besichtigen und andere schon angereiste Teilnehmer kennenzulernen. Dafür wurde von MINT-EC eine Zusatzübernachtung in der sehr sauberen und ordentlichen Jugendherberge Heilbronn in der Mitte des Gartenschaugeländes organisiert. Wie bei meiner vorherigen MINT-EC Veranstaltung war auch dieses Forum wieder ausgezeichnet gut organisiert und strukturiert.

 

Montag, 13.05.2019: Begrüßung, Einführung, Sehende Autos dank Sensorik und Deep Learning

Am ersten Tag des Forums ging es nach einer kurzen Begrüßung und Einführung in die Hochschule Heilbronn zügig in die erste Theoriephase. Bei einem Fachvortrag von Prof. Dr.-Ing. Nicolaj Stache über die Technik der Sensorik und des Deep Learning erhielten die zwanzig Teilnehmer aus ganz Deutschland - gemäß den Regeln von MINT-EC immer nur maximal eine Person pro Schule - erstes Grundwissen zu diesem hochspannenden Thema, welches in der anschließenden Praxisphase vertieft werden konnte.

Spannend für mich waren vor allem die künstlichen neuronalen Netzwerke, mithilfe derer man, ähnlich wie ein kleines Gehirn, Aufgaben durchführen kann. Während ein menschliches Gehirn etwa 1011 Neuronen besitzt, ist es derzeit möglich, künstlich ein neuronales Netzwerk aus etwa 107 Neuronen aufzubauen – welches in etwa der Rechenkapazität eines gewöhnlichen Froschgehirns entspricht. Die Vorstellung, dass es praktisch möglich ist, mit der Rechenkapazität eines Froschgehirns ein autonomes Auto fahren zu lassen, klingt sehr absurd, jedoch auch faszinierend, wenn man bedenkt, dass diese Technologie noch viel weiter entwickelt werden kann und das Potential besitzt, immer komplexere Vorgänge zu ermöglichen. Mithilfe des Programms TensorFlow vertieften wir das gelernte Wissen und führten einige Rechenoperationen aus.

 

Dienstag, 14.05.2019: Workshop Elektroauto, Bosch Engineering GmbH Führung

Der zweite und letzte Tag des Forums beschäftigte sich vor allem mit dem Elektroauto an sich. Bei einem Fahrversuch mit dem von der Hochschule zum Elektroauto umgerüsteten Fahrzeugs, konnten wir durch verschiedene Messgeräte erfahren, wie die Spannungen und Stromstärken sowie der Verbrauch des Elektrofahrzeugs ist. Das Auto verbraucht auf 100 km (überliefert von Prof. Dr. Andreas Daberkow) etwa 12 kWh. Durch Rekubation kann beispielsweise bei Fahrten bergab oder bei häufigem Bremsen (wie im Stadtverkehr) eine gewisse elektrische Spannung wieder zurückgewonnen werden. Bei diesem Fahrzeug war die Rekubation auf 25% begrenzt, sodass in etwa 25% der beim Bremsen freiwerdenden Energie zurückgewonnen werden und die Spannung in das Akkusystem zurückgeführt werden kann, welches einen erheblichen Vorteil gegenüber Verbrennungsmotoren darstellt, da diese keine Bremskraftrückgewinnung haben.

Bei der anschließenden Führung über das Gelände der Bosch Engineering erhielten wir einen weiteren Einblick in die Arbeitswelt des Ingenieurs und besichtigten unter anderem einen Fahrprüfstand und den Bosch Campus.

 

Abschließende Würdigung

Insgesamt war das Forum zeitlich zwar recht kurz, jedoch lernten wir an den zwei Tagen sehr viel über den Einsatz von Elektroautos, neuronalen Netzwerken, Deep Learning und Sensorik. Durch die genannten und weiteren hier nicht aufgelisteten Themenschwerpunkte konnte ich neues Grundwissen in diesem sehr spannenden Bereich sammeln. Außerdem schloss ich starke und langfristige Freundschaften, sodass ich auch dadurch insgesamt meinen Horizont erweitern konnte. Dafür bin ich MINT-EC sehr dankbar, denn die Kombination aus hochanspruchsvollem Lernen, Praxis und sozialen Kontakt mit den anderen Teilnehmern gelang auch bei dieser Veranstaltung außerordentlich gut, sodass ich diese Tage langfristig in sehr guter Erinnerung behalten werde.

Fotos und Text: Luca Olszewski
Gestaltung: Eva Nicolin-Sroka