2°Campus 2018 - Schülerakademie des WWF 17.04.2018

GSN-Schüler beim 2°Campus 2018

 

Als ich im Dezember letzten Jahres im Informatik-Unterricht das erste Mal vom 2°Campus hörte, war ich sofort davon begeistert, mit 19 anderen klimainteressierten Jugendlichen für den Klimaschutz zu forschen. Und ungeachtet der Tatsache, dass der Campus insgesamt über einen Zeitraum von drei Wochen geht, der zum Großteil in den Ferien liegt, beschloss ich mich zu bewerben.

Als Bewerbung sollte ich zunächst einmal einen kleinen Lebenslauf schreiben und mir danach noch eine Forschungsfrage überlegen. Ich habe mich für den Bereich Energie entscheiden und in meiner Forschungsfrage ging es um die private Stromerzeugung mithilfe von Windkraft. Nachdem ich mich etwas intensiver mit dem Thema befasst hatte, freute ich mich sehr auf den Beginn des 1.Blocks Mitte März.

Der erste Block fand in einer Jugendherberge direkt am Wannsee statt. Am Sonntagmittag lernten wir uns erst einmal besser kennen und obwohl wir aus ganz unterschiedlichen Regionen Deutschlands kamen, hatten wir in Bezug auf den Klimawandel recht ähnliche Ansichten. Am nächsten Tag gab es zunächst ganz viel Input: Der bekannteste Klimaforscher Deutschlands, Prof. Dr. Mojib Latif, berichtete in seinem Vortrag viel über den Klimawandel und beantwortete unsere gesamten Fragen zum Thema Klima und Klimawandel. Im Anschluss daran folgte noch ein Vortrag zum Kohleausstieg und zu einem Lastenfahrrad-Projekt. Am Dienstag lernten wir am Alfred-Wegener-Institut viel Interessantes über die Klimaforschung an den Polen. In diesem Zusammenhang befassten wir uns auch mit den Ansichten der Klimaskeptiker. Mittwoch bis Freitag teilten wir uns einem der Themenbereiche Mobilität, Ernährung, Energie und Wohnen zu.

Ich gehörte zur „Energie-Gruppe“ und bereits am Abend hatten wir uns mithilfe einer Professorin und einem Teamer für unser Forschungsgebiet „Kleinwindkraftanlagen“ entschieden.

Auf diese Idee sind wir gekommen, da durch den Umstieg auf erneuerbare Energieträger sehr viele Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerke und Windräder gebaut werden. Insbesondere bei den Onshore-Windparks gibt es immer wieder Beschwerden über den Lärm, das Aussehen und die Größe. Aus diesem Grund haben wir uns gefragt, ob man das Problem nicht lösen könnte, indem man auf Privathäuser kleine Windkraftanlagen baut und diese, wie die deutlich bekannteren Solarzellen, den Strom des Haushaltes abdecken und bei Überschuss noch in den normalen Stromkreislauf einspeisen. Gegenüber der Solarzellen-Variante hätten Windkraftanlagen sogar den Vorteil, dass sie nicht nur am Tag funktionieren, sondern außer bei schwachem Wind, also immer.

Was wir jetzt aber im ersten Teil des 2.Blocks, am Anfang der Sommerferien, an der Universität Münster wirklich herausfinden wollen, ist zunächst einmal, wie unsere Rotoren, die wir selber entwerfen und dann mit einem 3D-Drucker ausdrucken, am besten optimiert sind, also zum Beispiel, ob man besser ein bekanntes dreiblättriges Windrad oder eine Art Turbine oder doch lieber ein vertikal ausgerichtetes Windrad verwendet. Dazu wollen wir auch noch herausfinden, inwiefern andere Häuser sich auf unsere Rotoren auswirken, indem wir Hausmodelle aus Pappe bauen, diese mit Windkraftanlagen ausstatten und in künstlich erzeugtem Wind testen.

Wichtig ist aber auch, dass wir uns mit der aktuellen Rechtsgrundlage befassen, also zum Beispiel, wie hoch ein Windrad auf einem Privathaus überhaupt sein dürfte. Dazu versuchen wir noch, Informationen über schon vorhandene Kleinwindkraftanlagen herauszufinden und uns allgemein viel Wissen über Kleinwindkraftanlagen anzueignen.

Als Zusatzprojekt haben wir uns noch überlegt, dass wir mit einem kleinen Fragebogen die Akzeptanz solcher Kleinwindkraftanlagen auf Dächern von Privatpersonen testen wollen, da ist für uns natürlich sehr interessant wäre, ob der Anblick unseres Windrad die Bevölkerung eher abschreckt oder ob viele sich sogar ein eigenes Windrad auf ihrem Haus vorstellen könnten.

Insgesamt war es eine tolle Zeit und es hat sehr viel Spaß gemacht, sich mit anderen Schülern, die ähnliche Interessen haben, auszutauschen und gemeinsam ein Forschungsprojekt, das dann im Sommer umgesetzt werden soll, zu planen.

 

Die 2°Campus-Forscher 2018

Text: Philipp Fahr (Jgst. 9 GSN)
Fotos: Philipp Fahr, 2°Campus
Gestaltung: Eva Nicolin-Sroka