JuniorAkademie NRW 2018 06.02.2019

Im letzten Jahr durfte ich mich über die Schule für die Deutsche Junior Akademie bewerben. Das ist ein seit 2003 laufendes Programm, um besonders motivierten und begabten Schülern außerschulische Herausforderungen zu geben. Sie findet an den Standorten Jülich, Ostbevern und Königswinter Anfang bis Mitte August, zehn Tage lang, statt. Die Teilnehmer können sich vorher für einen Standort und den Kurs bewerben, der sie am meisten interessiert.

Ich wurde am Standort Ostbevern angenommen, an dem nur englischsprachige Kurse angeboten werden. Es waren 52 Teilnehmer aus ganz NRW in Ostbevern auf die drei Kurse ,,Inventing the Physical Universe“, ,,Nanotechnology“ und ,,Biomimicry“ aufgeteilt. Mein Kurs war ,,Biomimicry“, ein Fachgebiet, in dem Phänomene der Natur auf die Technik der Menschen übertragen werden sollen.

Die Akademie fand an der Loburg in Ostbevern statt, einem Wasserschloss, auf dessen Areal das Collegium Johanneum mit angeschlossenem Internat liegt. Diese Räumlichkeiten standen nun uns Akademieteilnehmern zur Verfügung, die Unterbringung erfolgte in Einzelzimmern des Internats.

Zur Vorbereitung mußte jeder Teilnehmer ein etwa 10-minütiges Referat zu einem vorgegebenen Thema erstellen, das am zweiten Tag auf Englisch gehalten werden musste.

Die Akademie startete am 6. August 2018 mit einer Einführungspräsentation mit den Eltern, bei denen die Kurse eingeteilt und der „stramme“ Tagesplan erklärt wurde:

7.30 Uhr aufstehen, Frühstück, 8.30 Uhr die erste Versammlung, bei der alles zum Tagesablauf erklärt wurde. 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr erste Phase der Kursarbeit, dann Mittagessen und eine Pause bis 14.00 Uhr, in der man zum Beispiel zum 5 Minuten entfernten Supermarkt gehen, oder sich vom Morgenprogramm erholen konnte. 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr 2. Phase der Kursarbeit, Abendessen und von 19.00 Uhr bis 22.00 Uhr verpflichtende Teilnahme an den KÜAs. Das sind kursübergreifende Angebote, wie z.B. Sport, Sprachen oder Musik, die jeder Teilnehmer selbst organisieren und leiten musste. Danach hieß dann fertigmachen und so schnell wie möglich ins Bett, da man wegen der ganzen Aktivitäten sehr viel Schlaf brauchte.

Mein Kurs war am ersten Tag mit der Vorstellung der Referate beschäftigt, die uns in die Welt der Biomimetik einführten. Nachdem auch ich meine englische Präsentation vorgestellt hatte, waren der nächste Höhepunkt die KÜA-Schienen, die mit ein bisschen Sport den Tag abrundeten. Außerdem halfen sie beim Kennenlernen aller Teilnehmer, so dass schon am ersten Tag Freundschaften geknüpft wurden.

In den nächsten Tagen bearbeiteten wir im Kurs verschiedene Projekte, die nach theoretischen Überlegungen auch praktisch umgesetzt werden mussten.

Die KÜAs am Abend waren sehr verschieden, so dass es immer etwas gab, was einen interessierte, und manchmal hätte ich sogar gerne zwei parallel gemacht.

An den letzten beiden Tagen  war es unsere Aufgabe, die Abschlusspräsentation für die Eltern vorzubereiten. Nach langer Überlegung entschied sich unser Kurs dafür, eine Talkshow zu machen, in der wir die Projekte vorstellten, indem sich jeder als Wissenschaftler für ein Fachgebiet ausgab. Mit ein bisschen Witz und einer tollen PowerPoint-Präsentation reifte unsere Präsentation zu einer richtigen Talkshow, die detailliert und abwechslungsreich unsere Woche beschrieb.

Am letzten Tag stand dann die Vorstellung an. Neben der Freude die Familie wiederzusehen, überwog bei mir allerdings die Trauer, mich von dieser tollen Zeit, den neuen Freunden und dem schönen Schlossareal sowie dem sehr leckeren Essen zu trennen.

Zudem waren alle ein bisschen nervös wegen der Präsentationen, die es nun vor mehreren hundert Leuten vorzustellen galt.

Am Ende hieß es dann Abschied nehmen. Dies fiel allen Beteiligten schwer, und es flossen auch Tränen, da durch die enge Zusammenarbeit und die, trotz des Schlafmangels, doch so schöne Zeit feste Freundschaften geschlossen wurden. Ich wäre auch gerne noch länger dort geblieben, um noch mehr mit den neuen Freunden zu erleben.

Es war eine tolle Zeit, die ich dort verbringen durfte und ich kann die Junior Akademie nur weiterempfehlen.

Lennart Kober