JuniorAkademie 2015

 

Der Weg zur Akademie und der Weg nach Ostbevern begannen für mich damit, dass ich von meinem Lehrer Herrn Balthasar gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, an einer „JuniorAkademie NRW“ in den Sommerferien teilzunehmen. Das Angebot klang durchaus verheißungsvoll, und ich habe nicht lange gezögert, sondern meine Bewerbung zusammengestellt und abgeschickt. Im Mai erhielt ich dann die Bestätigung, dass ich am Kurs Biomimetics in englischer Sprache in Ostbevern, einer kleinen Stadt in der Nähe von Münster, teilnehmen könnte. Drei Monate später war es so weit, und ich machte mich voller Vorfreude, aber auch sehr gespannt, auf die Reise ins Münsterland.

Als ich am Schloss Loburg ankam, einem kleinen Wasserschloss bei Ostbevern, das heutzutage ein Internat beherbergt, kannte ich niemanden. Wir hatten uns zwar zuvor schon über ein Internetforum und über WhatsApp ausgetauscht, und trotzdem waren es fast 60 mir völlig unbekannte Jugendliche, mit denen ich die nächsten zehn Tage verbringen sollte. Im Nachhinein finde ich es beeindruckend, wie gut man die anderen Akademie´ler kennengelernt hat und wie viele neue Freundschaften wir schließen konnten.

Nun kann man sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen, wie eine solche Ferienakademie aussieht, und sicherlich fragen sich manche Leser auch, wie man sich in den „kurzen“ und vor allem wertvollen Ferien überhaupt so etwas antun kann. Wir alle stellten uns diese Frage natürlich auch, und als uns der Organisator der JuniorAkademien in NRW in seiner Begrüßungsrede eröffnete, dass täglich ganze 5 Minuten Freizeit vorgesehen seien, gingen wir mit einem gespannten und etwas unguten Gefühl in unsere ersten Kursstunden hinein.

Natürlich waren diese Zweifel unberechtigt und deshalb auch sehr schnell beseitigt. Nachdem alle Freiwilligen durch den Frühsport im schuleigenen Schwimmbad oder durch Joggen im Wald morgens auf Trab gebracht wurden und anschließend mit einem guten Frühstück belohnt wurden, begannen die Kurse (an meinem Standort wurden Nanotechnology, Biomimetics und Wonders of Symmetry angeboten) und dauerten zunächst bis zum Mittagessen. In der Mittagspause hatten wir frei, manche nutzten die Mittagspause auch zum Einkaufen, andere beteiligten sich am Chor. Der Chor war übrigens – zur Freude aller – an den ersten zwei Tagen verpflichtend.

Anschließend gingen nachmittags die Kurse weiter, bis es dann pünktlich um sechs Abendessen gab. An den Abenden gab es auch noch Programm, das bisweilen aus gemeinsamen Lagerfeuern, meistens aber aus den sogenannten KÜAs bestand:

KÜA – das ist die Abkürzung für Kursübergreifende Angebote. An jedem Abend gab es zwei KÜA-„Schienen“, und in jeder Schiene wurden drei bis vier KÜAs angeboten. Sie wurden von den Akademieteilnehmern selbst vorbereitet und geleitet. Beispielsweise haben manche, die bilingual aufgewachsen sind, ihre zweite Mutterprache als KÜA angeboten – wie zum Beispiel Chinesisch oder Italienisch. Oder es gab Sportangebote, wie von Teilnehmern selbst geleitete Tanzkurse oder Volleyball- und Fußballmatches. Außerdem fand in der ersten „KÜA-Schiene“ das Orchester statt – in dem ich auch mitgespielt habe.

Selbstverständlich war auch die Kursarbeit ein wesentlicher Bestandteil der Akademie. Der Kurs fand auf Englisch statt, woran man sich erstaunlich schnell gewöhnt hatte und was keine Schwierigkeiten bedeutete. Unsere Kursarbeit in Biomimetics bestand aus der Erforschung von natürlichen Phänomenen, die in der Technik Vorteile bringen sollten. Wir haben viele Experimente gemacht und dabei untereinander spannende Wettbewerbe ausgetragen.

Die Akademie endete mit der Abschlussveranstaltung, die gleichzeitig den Höhepunkt der Akademie darstellte. Jeder Kurs stellte in einem 15-minütigen Vortrag seine Arbeitsergebnisse vor – natürlich auf Englisch!

Nach zehn erlebnisreichen und unvergesslichen Tagen endete hiermit die JuniorAkademie. Besonders begeistert war ich von den vielen motivierten Jugendlichen, mit denen man sich ganz anders als in der Schule mit viel Spaß gemeinsam etwas erarbeiten konnte. Allen Schülern, die vielleicht auch mal die Möglichkeit bekommen, an einer solchen Akademie teilzunehmen, möchte ich deshalb dringend raten, diese einmalige Gelegenheit zu nutzen – auch wenn ein paar wertvolle Ferientage draufgehen, lohnt sich das auf jeden Fall!

Theresa Kühle, EF