Therapiereise

Therapiereise

Die Schülerinnen und Schüler des Pädagogik-Grundkursus 12PAG1 und des Pädagogik-Leistungskursus 12PAL1 (Schuljahr 1998/99) sahen einen Filmbericht über eine Therapiereise mit extrem schwierigen Jugendlichen, die für ein Vierteljahr in die Einöde Lapplands führte. Daraus ergab sich eine handlungsorientierte Unterrichtssequenz, die im Folgenden dokumentiert wird.

 

Übersicht über die Unterrichtssequenz:

1. Referate zum Filmbericht

  • Zur Konzeption des Heimes
  • Teilnehmer der Therapiereise
  • Ablauf der Therapiereise
  • Charakterisierung dreier jugendlicher Teilnehmer: Jean, Andreas, Frank

2. Das Problem

3. Versuch einer Problemlösung

  • Simulation eines Streitgespräches
  • Folgerungen aus dem Streitgespräch

4. Therapiekonzepte

  • Gesprächstherapie nach Carl R. Rogers
  • Gruppentherapie
  • Psychoanalyse
  • Verhaltenstherapie

5. Der Leserbrief

  • Kriterien für einen Leserbrief
  • Leserbriefe von Kursteilnehmern

6. Internet-Adressen

 

 

1. Referate zum Filmbericht

Die Referate zum Filmbericht wurden von Schülerinnen bzw. Schülern des Kursus vorbereitet und ermöglichten für die übrigen Kursteilnehmer eine Wiederholung und Vertiefung der entsprechenden Teilaspekte.

1.1. Zur Konzeption des Heimes:

Das Jungenheim "Ellener Hof" befindet sich in einem kleinen Vorort von Bremen mitten in einer Wohnsiedlung. Es besteht aus 11 Gruppenhäusern, einer Heimschule, Sporthallen, sowie Werk- und Hobbyräumen, die für ca. 100 Jungen Platz und die Möglichkeit bieten, sowohl eine Schulausbildung, als auch eine Berufsausbildung zu machen. Ein besonderes Merkmal des Heimes ist das immer geöffnete Tor, so dass das Weglaufen sehr einfach ist. Doch dieses tun nur wenige, da sich die meisten Jungen sehr wohl fühlen und diese "Offenheit" schätzen. Läuft trotzdem einmal ein Junge weg, wird er nach der Rückführung in das sogenannte "Geschlossene Haus" gesperrt. In dieses Haus kommen auch alle Neuankömmlinge, "denn nur wenn ein Junge da ist, kann man versuchen Kontakt mit ihm aufzunehmen". Allerdings lässt man dem Jungen so früh wie möglich Freiheiten. So gibt es z.B. schon nach 3 bis 7 Tagen begrenzten Ausgang zur Probe, und man versucht ihm - schon durch das offene Tor - Vertrauen entgegen zu bringen. Sobald es eben möglich ist, ziehen die Neuankömmlinge dann in das "Offene Haus". Im Ellener Hof werden die Erzieher "gesiezt". Es gibt alle 8 Stunden einen Erzieherwechsel. Mit diesem Wechsel haben viele Jungen Schwierigkeiten.

Für zehn der schwierigsten Fälle wird jedes Jahr eine dreimonatige Fahrt nach Lappland angeboten - eine weitere Besonderheit des Ellener Hofes. Diese ausgedehnten Gruppenreisen mit dem Heimleiter und zwei weiteren Erziehern sollen ein Beispiel für das Leben in einer (nicht kriminellen) Gemeinschaft geben. Außerdem soll die Reise den Jungen helfen ein straffreies Leben zu führen. Die Fahrt nach Lappland ist für sie ein spannendes Ereignis und sie freuen sich sehr darauf. Sie verbinden mit Lappland eine andere, zwanglose Atmosphäre, Abwechslung, Akzeptanz, offene Gespräche, tolle Landschaft und natürlich wenig Unterricht. All das führt dazu, dass sie sich bemühen nicht noch einmal straffällig zu werden, also ganz nach dem Motto dieses Heimes: "Wer einsieht, dass es sich lohnt zu bleiben, der bleibt".

Durch das Miteinander, die Selbstversorgung, das Programm (Wanderungen, Schneeballschlachten, Briefe schreiben, etc.) und die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch dieselben Personen entstehen auf dieser Fahrt die gewünschte Gruppenbildung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Hierzu tragen selbstverständlich auch die Landschaft Lapplands und das Leben außerhalb der Zivilisation bei.

Durch diese Fahrt möchten die Erzieher also versuchen auch die schwierigsten Fälle zu lösen und die Jungen durch die sehr intensive Betreuung wieder auf den rechten Weg in ein straffreies Leben zu führen.

(Nina Menneken)

 

1.2. Teilnehmer der Therapiereise:

Der Heimleiter, ein Erzieher, ein Lehrer und zehn Jugendliche aus dem Heim, die wegen ihres problematischen Verhaltens ausgewählt wurden (vielfacher Autodiebstahl, Pyromanie, etc.);

1.3. Ablauf der Therapiereise:

Start der Fahrt ist das Heim in Bremen, von wo die Teilnehmer Richtung Kiel mit einem PKW und einem Kleinbus fahren. Mit einer Fähre setzen sie dann von Kiel nach Oslo über.

1. Station: Zwei Tage Aufenthalt in der Nähe von Oslo bei einem Freund eines Erziehers. Übernachtet wird kostenlos in dessen privater Hütte.

Tagesablauf und Aktivitäten: Täglich 8 - 10 Stunden Autofahrt. Mittags eine Rast, bei der sich je 2 Jugendliche ein Essen machen. Übernachtet wird gemeinsam in einer Holzhütte. Diskussionen über die Einteilung des mitgebrachten Taschengeldes und über die weitere Fahrt.

2. Station: Lofoten (3000 Kilometer von Bremen entfernt). Der Aufenthalt auf dieser Inselgruppe beträgt 3 Tage.

Tagesablauf und Aktivitäten: Fahrt mit einem Ruderboot. Fischen im Meer. Geschlafen wird in Holzhütten oder, wenn das Wetter es erlaubt, in Zelten.

3. Station: Lappland. Hier werden die Jugendlichen und ihre Betreuer 8 Wochen in absoluter Einsamkeit und Primitivität leben.

Tagesablauf und Aktivitäten: Einöde und Primitivität, ohne Strom, ohne Wasser, ohne Betten. Gespräche über das Verhalten und die Probleme der Jugendlichen. Es werden Briefe an die Eltern geschrieben. Eine am Haus liegende Sauna wird benutzt. Schneeballschlachten mit den Erziehern. Ausgedehnte Wanderungen.

(Martha Koj, Ina Schmalle, Julia Zindler)

 

1.4.Charakterisierung dreier jugendlicher Teilnehmer

1.4.1. Jean

Jean, dunkelhäutig, 16 Jahre alt, ist seit 2 Jahren im "Ellener Hof", weil er im vorherigen Heim häufig geklaut hat und immer wieder ausgerissen ist. Im Ellener Hof gefällt es ihm gut, doch beklagt er sich, dass er die Erzieher siezen muss und jeder Erzieher nur 8 Stunden am Tag da sei. Er bemängelt also, keine richtige Vertrauensperson zu haben. Er besucht im Moment die 9. Klasse einer Hauptschule im Heim und möchte nachher eine Lehre machen.

Aus dem Ellener Hof will er nicht mehr ausbrechen, da es ihm hier gefällt und er einsieht, dass es keinen Zweck hat zu stehlen oder auszureißen. Außerdem hat er die Möglichkeit, nach Lappland zu fahren. An dieser Reise gefallen ihm besonders das Gemeinschaftsgefühl und die neuen Eindrücke.

Auf der Reise ist er sehr hilfsbereit und aufgeschlossen den anderen gegenüber. So hält er, zusammen mit einem anderen Jungen, Pigi davon ab zu klauen und spricht nachher mit ihm darüber. Ein anderes Mal versucht er, die beiden Streitenden zu trennen. Seine Meinung zum Streit ist, dass die beiden lieber über den Streitpunkt hätten reden sollen. Weiterhin hilft er einem Analphabeten der Gruppe einen Brief an seine Eltern zu schreiben. Auch geht er – weil er etwas über die Tracht der Lappen wissen will – einfach auf eine Frau zu und versucht etwas zu erfahren, obwohl er nicht ihre und sie nicht seine Sprache spricht.

(Katrin Schubert und Rea Cadenbach)

Jean ist ein dunkelhäutiger 16jähriger Junge, der seit zwei Jahren im " Ellener Hof" lebt. Er ist schon davor in einem anderen Heim gewesen und ist in den " Ellener Hof" gekommen, weil er – wie er selbst sagt – in dem anderen Heim zu viel geklaut hat und zu häufig abgehauen ist. Im " Ellener Hof" gefällt es ihm recht gut, allerdings bemängelt er, dass sie die Erzieher siezen müssen und die Betreuer zu oft wechseln ( alle acht Stunden), so dass er sich nicht so gut an sie gewöhnen kann. Zur Zeit der gefilmten Dokumentation besucht Jean die neunte Klasse der Heimschule und will seinen Hauptschulabschluss machen, so dass er anschließend eine Lehre beginnen kann.

Aus dem " Ellener Hof" versucht er nicht auszureißen, da es ihm dort gut gefällt und er sonst nicht mit nach Lappland dürfte. Die Fahrt nach Lappland mag er besonders, da die gesamte Gruppe hinfährt, man sich untereinander besser unterhalten kann und da man Kontakt zu den Lappen hat und auch mit den Lappen - so gut es geht - reden kann. Er war schon einmal dort und findet besonders die Lofoten interessant, da man gerade dort besonders gut fischen und Boot fahren kann.

Auf mich persönlich machte Jean während des Films den Eindruck, als ob er der `Vernünftige´ der ganzen Gruppe sei, da er Andreas ("Pigi") vom Klauen auf der Fähre abhielt und sich anschließend auch noch mit ihm darüber und über die Gründe für sein Klauen unterhielt; hinzu kommt noch, dass er derjenige war, der versuchte bei dem Streit zwischen Nihat und einem anderen Jungen zu schlichten, während die anderen nur dabeistanden und zuschauten.

(Christoph Malek)

1.4.2. Andreas

Andreas wird von den anderen Heiminsassen "Pigi" genannt. Er ist 15 Jahre alt. Der Grund für die Einweisung in dieses Heim war, dass er mehrere Einbrüche und Ladendiebstähle begangen und Autos geknackt hat. Er selbst sagt, dass er 23 Einbrüche begangen und 15 Autos geknackt hat. Bei einem dieser Einbrüche wurde er letztendlich erwischt und kam so in das Heim. Auf die Frage, was er mit dem Geld gemacht habe, antwortet er, dass er sich Essen gekauft habe, aber dass er damals auch sehr viel Zeit in Kneipen verbracht und sein geklautes Geld für Alkohol ausgegeben habe.

Einmal im Jahr veranstaltet das Heim "Ellener Hof" eine drei Monate dauernde Fahrt nach Lappland. Andreas war einige Male mit auf dieser Fahrt und erzählte begeistert von der Fahrt mit der Fähre, den freundlichen Menschen in Lappland und den netten Erziehern, die die Fahrt begleiten. Allerdings hatte er im vorausgegangenen Jahr mit einem anderen Jungen zusammen versucht sich aus dem Staube zu machen, aber aufgrund ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten hatten sie ihre Pläne nicht verwirklichen können. In diesem Jahr jedoch ist Andreas fest davon überzeugt, dass er nicht die gleichen Pläne wie im Vorjahr treffen würde.

Andreas berichtet, dass die Jugendlichen des Ellener Hofes in Lappland sehr freundlich aufgenommen und wie normale Jugendliche behandelt werden. Mit den Erziehern wird sehr viel über die Probleme der Jugendlichen geredet , da auch diese die Jugendlichen nicht als Verbrecher, sondern als Menschen ansehen. Die Jugendlichen haben in diesem Heim auch sehr viel Mitspracherecht. In einer Diskussion über das Taschengeld z.B. schlägt Andreas vor, dieses wöchentlich auszuhändigen, wird aber von den anderen überstimmt, die lieber zweimal die Woche Taschengeld bekommen möchten.

Trotz der netten und vertrauten Atmosphäre ist Andreas auf der Fahrt nach Oslo in Versuchung geraten Geld zu klauen, aber andere Jugndliche seiner Gruppe hielten ihn davon ab und machten ihm klar, dass es nicht richtig sei das Geld zu klauen, weil er dann im darauffolgenden Jahr nicht mitfahren dürfte. Daraufhin sieht Andreas seinen Fehler ein. Er bleibt jedoch sehr gefährdet und gerät immer wieder in Versuchung. An einem Automaten zum Beispiel verspielt er sein ganzes Geld. Tatsächlich wird Andreas rückfällig: Im Verlauf der Reise klaut er ein Motorrad, wirft es jedoch in einen Bach, als es nicht läuft.

(Tanja Heggen)

1.4.3. Frank

Frank ist ein 12jähriger kleiner, blonder Junge, der eine Brille trägt und im "Ellener Hof" in Bremen lebt. Er ist vor einiger Zeit wegen wiederholter Brandstiftung (circa 10 Häuser) ins Heim gekommen. Im Verlauf des Filmes kann man feststellen, dass Frank unter Pyromanie leidet, worunter man eine wiederholte Brandstiftung versteht, die meist in der frühen Kindheit beginnt, ohne dass erkennbare Motive vorliegen. Auch erzählte Frank stolz, wie er in der Vergangenheit Häuser ansteckte und beim Brand zuschaute, nachdem er die Polizei benachrichtigt hatte. Ein weiteres Merkmal für Pyromanie ist die Faszination bei Dingen, die mit Feuer in Verbindung stehen. Im Film wird dieses an mehreren Stellen deutlich. Schon als er von der Reise nach Lappland erzählt, erwähnt er unter anderem, dass ihm dort das Feuermachen besonders gut gefällt, was er in vielen Situationen auch übernimmt. Zum Beispiel zündet er in jeder freien Minute kleine Gegenstände an und schaut zu, wie diese verbrennen. Auch in den Öfen in den Hütten entfacht er das Feuer mit großer Faszination. Wenn er das Moos auf den Steinen mit dem Feuerzeug zum Glimmen und Qualmen bringt, denkt er dabei - wie er später sagt - an einen großen Waldbrand. Frank entwickelt somit einen unwiderstehlichen Drang zum Zündeln und eine wachsende Spannung vor der Feuerlegung. Beobachtet man ihn dabei, wie er mit dem Kaminfeuer spielt, so zeigt sich eine Erleichterung und Zufriedenheit nach der Ausführung, was wiederum ein wichtiges Merkmal dieser Neurose ist. Daß es sich bei Frank um echte Pyromanie handelt, erkennt man daran, daß er sich häufig in der Nähe von Feuer oder Brandherden aufhält. Schon in seiner Kindheit schaute er bei den Hausbränden, die er verursachte, zu und auch auf der Reise nach Lappland ist er bei jeder Situation, die irgend etwas mit Feuer zu tun hat, in der Nähe. Dieses Interesse am Feuer besteht somit schon seit seiner frühen Kindheit. Ein letztes wichtiges Erkennungsmerkmal ist, daß die wiederholte Brandstiftung ohne erkennbare Motive wie z.B. materiellen Gewinn, Rache oder politischen Extremismus geschieht. Das zeigt sich auch bei Frank, da bei ihm keiner dieser Gründe zutrifft und er aus keinem seiner Brände materiellen Gewinn ziehen kann. Da neurotische Brandstiftung fast immer ein Verhaltensmerkmal der Störung des Sozialverhaltens im Kindes- und Jugendalter ist, kann man auch bei Frank von diesen Störungen ausgehen.

Betrachtet man nun die erzieherischen Maßnahme der Sozialarbeiter, erkennt man, dass sie versuchen Frank auf die richtige Weise von seiner Neurose zu befreien, da sie ihm zwar den Wunsch der Feuerlegung häufig erfüllen, aber immer darauf achten, dass dieses unter Aufsicht geschieht, dass somit kein Schaden angerichtet wird. Diese Erziehungsmaßnahmen lassen schon die ersten Fortschritte erkennen, da Frank selbst einsieht, dass seine Taten "nichts bringen und dumm sind".

(Kathrin Langer, Hilfsquelle: Internet)

 

2. Das Problem

Am Ende des Filmberichts wird das Problem genannt, das auf die Jugendlichen und die Heimleitung zukommt: Die nächsten Therapiereisen sind gefährdet bzw. in Frage gestellt, da die zuständigen Jugendämter angekündigt haben, ihre Unterstützung zurückzuziehen.

 

3. Versuch einer Problemlösung

Das Problem wurde im Unterricht thematisiert. Mögliche Lösungsansätze wurden genannt: Spenden sollten den Zuschuss der Jugendämter ersetzen. Man könne die Therapiereise in die Lüneburger Heide verlegen, was ja wesentlich weniger Fahrtkosten verursache. Jugendämter und Heim sollten zu einem Kompromiss kommen.

Die Überprüfung der genannten Lösungsvorschläge ergab, dass ein gemeinsames Gespräch zwischen Vertretern des Heims und der Jugendämter am sinnvollsten wäre. Bei einem solchen Gespräch – so wurde deutlich – geht es in erster Linie darum, die andere Seite mit seinen Argumenten zu überzeugen. Da jede Seite ihre Position vertritt, werden Argumente pro und contra Therapiereise nach Lappland vorgetragen.

 

3.1. Simulation eines Streitgespräches

Das Interesse an der Simulation eines solchen Streitgespräches war vorhanden. Die Kursteilnehmer fanden sich in Gruppen zusammen, die sich arbeitsteilig auf Argumente pro und contra Therapiereise vorbereiteten, indem sie sich mit dem Heim bzw. den Jugendämtern identifizierten, eine entsprechende Kommunikationsstrategie entwickelten und dabei gleichzeitig das Verhalten der Gegenpartei antizipierten.

Die Aufgabenstellung zur Vorbereitung des Streitgesprächs:

Pro Therapiereise

Aufgabenstellung:

Sie sollen sich auf Argumente pro Therapiereise vorbereiten, indem Sie sich mit dem Heim identifizieren, eine entsprechende Kommunikationsstrategie entwickeln und dabei gleichzeitig das mögliche Verhalten der anderen Gruppe mit einbeziehen.

Nach dieser Vorbereitung soll das Streitgespräch Pro & Contra von zwei Vertretern dieser Gruppe mit zwei Vertretern der anderen Gruppe durchgeführt werden, während die übrigen Kursteilnehmer das Streitgespräch verfolgen, um es anschließend unter Zuhilfenahme früher erarbeiteter Kriterien zu beurteilen:

  • Körpersprache (z.B. Mimik, Gestik)
  • Qualität der Argumente
  • Eingehen auf Argumente
  • Gesprächstaktik
  • Überzeugungsfähigkeit des Vortragenden
  • und andere

 

Contra Therapiereise

Aufgabenstellung:

Sie sollen sich auf Argumente contra Therapiereise vorbereiten, indem Sie sich mit den Jugendämtern identifizieren, eine entsprechende Kommunikationsstrategie entwickeln und dabei gleichzeitig das mögliche Verhalten der anderen Gruppe mit einbeziehen.

Nach dieser Vorbereitung soll das Streitgespräch Pro & Contra von zwei Vertretern dieser Gruppe mit zwei Vertretern der anderen Gruppe durchgeführt werden, während die übrigen Kursteilnehmer das Streitgespräch verfolgen, um es anschließend unter Zuhilfenahme früher erarbeiteter Kriterien zu beurteilen:

  • Körpersprache (z.B. Mimik, Gestik)
  • Qualität der Argumente
  • Eingehen auf Argumente
  • Gesprächstaktik
  • Überzeugungsfähigkeit des Vortragenden
  • und andere

3.2. Folgerungen aus dem Streitgespräch

Im Streitgespräch mußten die erarbeiteten Strategien in verbale und nonverbale Interaktion umgesetzt werden. Das Streitgespräch wurde mit Engagement vorgetragen. In seinem Verlauf gewann es eine eigene Dynamik.

Die Argumente wurden protokolliert und unter Zuhilfenahme früher erarbeiteter Kriterien ausgewertet. Als wesentlich zeigte sich die Notwendigkeit, über bessere Kenntnisse von Therapieformen verfügen zu können. Damit war das nächste Erarbeitungsziel formuliert:

Welche Therapie-Konzepte stehen zur Verfügung, die von den Betreuern einer solchen Therapiereise angewandt werden können?

 

4. Therapiekonzepte

Als mögliche Quellen für eine erfolgreiche Recherche wurden die Stadtteilbibliothek und das Internet genannt. Die gefundenen Informationen mußten für die Aufgabenstellung aufbereitet werden, denn niemand fand eine fertige bzw. passende Beantwortung unserer Frage. Im Folgenden sind die selbsterarbeiteten Therapiekonzepte zusammengetragen:

4. 1. Gesprächstherapie, Text 1

Gesprächstherapie (Gesprächspsychotherapie) nach Carl R. Rogers

Meier, H., Simmerding, G., Wege zum Menschen. In: Tele-Manuskriptdienst TR-Verlagsunion GmbH München 1984, S. 42 ff.

4. 2. Gesprächstherapie, Text 2

Gesprächstherapie (Gesprächspsychotherapie) nach Carl R. Rogers

Geschichtliches:

Der "Vater" der Gesprächspsychotherapie war Carl R. Rogers (1902-1987). Diese Form der Therapie wurde von Rogers am Anfang "nicht-direktiver-Ansatz" genannt. Doch da viele Therapeuten dies missverstanden (sie setzten "nicht-direktiv" mit "passiv" gleich), nannte Rogers die von ihm entwickelte Therapie später "klientenzentrierte Therapie". Heute ist sie auch unter dem Namen "personenzentrierter Ansatz" bekannt.

Die Idee der Gesprächstherapie:

Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass jeder Mensch fähig ist, sein Leben selber zu gestalten, so dass alle Bedürfnisse befriedigt werden und eine Selbstentfaltung möglich ist. Bei den zu therapierenden Personen (Klienten) besteht eine Diskrepanz zwischen der realen und der idealen Vorstellung. In der Therapie soll in einer vertrauensvollen Atmosphäre dieses Missverhältnis durch Selbstreflexion des Klienten ausgeglichen werden.

Kennzeichen der Therapie / Anforderungen an den Therapeuten:

Folgendes ist für eine erfolgreiche Therapie notwendig:

Kongruenz: Der Therapeut tritt dem Klienten als Person gegenüber, die offen ist für ihr eigenes Erleben und die sich nicht hinter einer Rolle versteckt. Außerdem kann er sich aller seiner Erfahrungen, die in ihm bei dem Versuch, sich in den Patienten einzufühlen, aufsteigen oder sich in ihm ankündigen, bewusst werden.

Akzeptanz: Der Therapeut achtet den Klienten als Person und bemüht sich ihm gegenüber um ein uneingeschränktes Akzeptieren. Er zeigt dem Patienten gegenüber bedingungslose Wertschätzung". Dies beinhaltet, dass er, wann immer er spürt, dass er den Patienten nicht bedingungslos annimmt, dies bei sich selbst und beim Patienten erkennt, und als Folge dieses Erkennens die bedingungslose Wertschätzung wieder herstellen kann.

Empathie: Der Therapeut versucht, den Klienten von seinem Bezugspunkt her zu verstehen, d.h., so wie er die Dinge sieht und wahrnimmt. Danach kann er das Verstandene dem Patienten so mitteilen, dass dieser es zumindest in Ansätzen wahr- und annehmen kann.

Wichtig ist, dass der Therapeut kein Thema ("Heute sollten wir mal über ... sprechen.") vorgibt. Der Therapeut darf dem Klienten außerdem keine Interpretationen, Ratschläge oder fertige Lösungen geben, sondern nur eine Art Spiegel bilden, das heißt, dass der Therapeut dem Klienten mit eigenen Worten dessen Darstellungen zusammen mit den von dem Klienten dazu empfundenen Gefühlen wiedergibt (Beispiel: "Sie finden es peinlich, wenn Sie aus der Fassung geraten und wütend werden.").

Ziel der Therapie:

Durch die Öffnung beider Beteiligten wird die Auseinandersetzung mit emotionalen Prozessen und das Finden neuer Wege und Betrachtungsweisen gefördert. Da die Einsichten und Lösungen aus dem Klienten selbst kommen, hat er dies schon verinnerlicht. Das heißt, dass der Klient in Zukunft wieder Verantwortung für sich selber übernehmen kann und befähigt wird, seine Probleme selber zu lösen. Man könnte also sagen, dass der Therapeut Hilfe zur Selbsthilfe leisten soll.

(Martha Koj, Katrin Schubert)

Grundlage für die Ausarbeitung:

Meier, H., Simmerding, G., Wege zum Menschen. In: Tele-Manuskriptdienst TR-Verlagsunion GmbH München 1984, S.42 ff. (Text 1)

http://www.psychiatrie.de/therapie/gespr.htm

http://www.psy-online.de/psychotherapie/gtinfo.htm

4.3. Gruppentherapie, Text 1

Therapie in Gruppen

In: Stalmann, R. (Hrg.), Kindlers Handbuch Psychologie. Kindler Verlag München 1982, S. 437 f.

4.4. Psychoanalyse, Text 1

Die Psychoanalyse (S. Freud)

Der Begriff Psychoanalyse wurde zuerst vom Wiener Arzt Sigmund Freud (1856-1939) verwendet, um eine von ihm geschaffene Methode der Behandlung seelischer Krankheiten zu bezeichnen. Er wählte dieses Wort, das im deutschen etwa mit "Seelenzergliederung" wiederzugeben wäre, um seine Auffassung seelischer Störungen zu kennzeichnen, die seiner Meinung nach als Äußerung eines innerseelischen konflikthaften Geschehens zu verstehen waren. Die Psychoanalyse wird auf drei Ebenen wirksam: a) als Untersuchungsmethode von seelischen Vorgängen, b) als Behandlungsmethode neurotischer Störungen, c) als Gesamtheit psychologischer und psychopathologischer (krankhafte Erscheinungen und deren Ursachen im Seelenleben) Theoriebildung.

a) Das Ziel psychoanalytischer Einzeltherapie, die Bewusstmachung unbewusst gewordener Interaktionserfahrung (Wechselbeziehung zwischen Personen und Gruppen), stößt auf Widerstände, zu deren Überwindung spezielle Techniken entwickelt wurden. Das Liegen auf der Couch soll den Rückzug in eine frühkindliche Phase (orale, anale oder genitale Phase) erleichtern und das Einhalten der Grundregeln der "freien Assoziation" ermöglichen. Zu Beginn der psychoanalytischen Behandlung wird der Patient aufgefordert, alles mitzuteilen, was ihm durch den Sinn geht, auch Körperempfindungen, Träume oder Gefühle, selbst wenn sie ihm als lächerlich, unsinnig usw. erscheinen.

b) Im Verlauf einer Psychoanalyse werden Gegenwartskonflikte mit aktuellen Bezugspersonen auf Grundkonflikte der Kindheit zurückgeführt, und der Patient wird angeregt, die Wurzeln des Konfliktes in der Übertragungsbeziehung zum Therapeuten neu zu durchleben und dabei aufzulösen. Übertragung meint, dass der Patient Personen, die er in seiner Kindheit als prägend empfunden hat, in der Beziehung zum Psychoanalytiker wiedererlebt, sie auf ihn "überträgt" und im Hier und Jetzt der psychoanalytischen Situation die Gelegenheit hat, sie neu zu verstehen und von ihrer kindlichen Bindung zu lösen. Erst wenn frühe Erlebnisweisen emotional nachvollzogen werden, wenn kindliche Ängste, Fehlerwartungen, naive Ansprüchlichkeit oder Traurigkeit und Verzweifeltsein noch einmal erlebt und in die erwachsene, realistischere Perspektive gehoben werden können, findet Einsicht statt, die zu Veränderung führt.

c) Das psychoanalytische Persönlichkeitsmodell unterscheidet drei seelische Funktionsbereiche, das "Es", "Ich" und "Über-Ich". Neben dem Sexual. und Aggressionstrieb rechnet S. Freud auch die aus dem Ich im Verlauf des späteren Lebens verdrängten Triebwünsche und Erinnerungen zu den Inhalten des Es, die allesamt unbewußt sind. Das Ich hat die Aufgabe, Triebimpulse aus dem Es mit den Anforderungen des Über-Ich und der Realität abzustimmen. Zu den wichtigsten Ich-Funktionen zählen Wahrnehmung, Erinnern, Denken, Ausführung motorischer Willkürbewegungen sowie Kontrolle und Abwehr. Das Über-Ich bildet sich ab dem 3. Lebensjahr durch die Verinnerlichung elterlicher Gebote und Verbote. Daneben wirken die Eltern auch als Vorbild. Verstöße gegen das Über-Ich machen sich durch Schuldgefühle bemerkbar.

Insgesamt gesehen zielt die Psychoanalyse auf ein detailliertes Verstehen des Patienten ab. Indem die Psychoanalyse dem Patienten dabei hilft, sich selbst besser zu verstehen, kann ihr die Fähigkeit, sich auf seelische Erkrankungen heilend auszuwirken, zugesprochen werden.

(Kathrin Langer und Sonja Knoke)

Quellen: WWW.PSYCHO-ANALYSE.DE und Fachlexikon der sozialen Arbeit

 

4.5. Psychoanalyse, Text 2

Informationen zur Psychoanalyse für Laien

In: WWW.PSYCHO-ANALYSE.DE, vom 25.5.1999

4.6. Verhaltenstherapie, Text 1

Probleme verstehen und ändern lernen: Verhaltenstherapie

In: Dohrenbusch, R. u. Krane, L., Chance Psychotherapie – Angebote sinnvoll nutzen. Verbraucher-Zentrale NRW, Düsseldorf 1999, S.116 ff.

Bei vorausgegangener Erarbeitung der in Frage kommenden Therapiekonzepte wäre das Pro & Contra - Gespräch sicherlich ergiebiger und fachlich qualitativer gewesen. Doch führte die vorliegende Anordnung zu einer motivierten und eigenständigen Literatur- und Internetrecherche, die einiges bewegt hat.

Die Therapiekonzepte mußten nach ihrer Erarbeitung mit dem Filmbericht abgeglichen werden, um eine Aussage über die Anwendbarkeit machen zu können. Ein Beispiel dafür ist im Folgenden aufgeführt:

Aufgabenstellung: Versuchen Sie herauszufinden, ob und inwiefern der Text "Gruppentherapie, Text 1" auf die Therapiereise anwendbar ist.

Die Gruppentherapie, die ihre Ursprünge schon am Anfang unseres Jahrhunderts findet, wird heute von Therapeuten aller Richtungen angewandt. Sie erfreut sich besonderer Beliebtheit, da sie sehr effektiv und günstig ist. Ein wichtiges Merkmal der Gruppentherapie ist, dass die Patienten sich nicht mehr alleine mit ihren Problemen fühlen. Sie merken, dass auch andere Menschen Probleme haben, vielleicht sogar die gleichen wie sie. Weiterhin erleben sie, dass sie anderen aus der Gruppe aktiv helfen können, indem sie zuhören oder sagen, was sie empfinden und denken. Mit der Zeit wird ihnen klar, dass Menschen, die sich so mit ihren Problemen auseinandersetzen, nicht nur schwach, sondern auch stark sind. Wenn man hört, wie sich Probleme bewältigen lassen, erfährt man Hoffnung. Durchlebt ein Gruppenmitglied Gefühle oder Konfliktsituationen, so hat das gewissermaßen ‚Ansteckungseffekt‘, z.B. ruft die Traurigkeit des einen oft das Bewusstsein der eigenen Traurigkeit hervor. Bei Unsicherheiten können sich die Gruppenmitglieder gegeseitig ein ‚feedback‘ (Rückmeldung) geben.

Die Gruppe ist ein Freiraum, in den zwar viel von der alltäglichen Realität ihrer Mitglieder hineinspielt, in dem aber zum Teil auch andere Gesetze gelten als ‚draußen‘. Mit der Bereitschaft, sich mitzuteilen und zu öffnen, und in einer Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens bietet die Therapie in der Gruppe eine der besten Möglichkeiten, wieder zu sich selbst zu finden und die alltäglichen Probleme anders und besser zu bewältigen.

Die Inhalte der Gruppentherapie lassen sich durchaus auf den Film "Therapiereise" beziehen. Die Jungen befinden sich mit ihren Betreuern für drei Monate in der gleichen Gruppe. Es wird von ihnen Ehrlichkeit und Offenheit erwartet, andererseits treten die Betreuer ihnen auch mit Vertrauen gegenüber. Es besteht die Möglichkeit über allgemeine, aber auch speziell auf der Therapiereise auftretende Probleme zu reden und zu diskutieren. Die Gruppenmitglieder geben sich gegenseitig Ratschläge, Tipps und Rückmeldungen. Ein typisches Beispiel ist die Situation nach der Schlägerei zwischen Nihat und dem anderen Jungen. Die Gruppe sitzt in einem Kreis zusammen und diskutiert über das Vorgefallene. Beide Seiten werden angehört und es wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

Die Gruppentherapie ist während der Reise in intensivstem Maße praktiziert worden und zeigt ihre positiven Auswirkungen mit Sicherheit auch in der Zukunft.

(Julia Köhler)

  1. Der Leserbrief

In der "Neuen Westfälischen" erschien am 14.7.1998 der Bericht "Fünf Berliner Jungs klauen in Bielefeld", der sich mit dem Erfolg bzw. Mißerfolg der Therapiereisen einer Gruppe straffälliger Jugendlicher befaßte. Es war für die Kursteilnehmer naheliegend, eine fundierte Stellungnahme zu diesem Thema in Form eines fiktiven Leserbriefes zu schreiben. Dabei konnten die Positionen mit fachlich begründeter Argumentation dargestellt werden. Vorher wurden jedoch Kriterien für das Schreiben von Leserbriefen vermittelt.

5.1. Kriterien für einen erfolgreichen Leserbrief:

Der Leserbrief

Der Leserbrief ist ein geeignetes Mittel, zu Zeitungsberichten Stellung zu nehmen und sich so an der öffentlichen Meinungsbildung zu beteiligen. Über den Leserbrief kann man Themen aufgreifen, die noch nicht mit Aufmerksamkeit bedacht wurden oder die man stärker in das Bewußtsein der Öffentlichkeit rücken will. Bei der Formulierung eines Leserbriefes sollte man folgende Punkte berücksichtigen:

  • Der Zeitungsbericht, auf den sich der Leserbrief bezieht, muss genau beschrieben werden. (Beispiel: Zu Ihrem Bericht "Fünf Berliner Jungs klauen in Bielefeld" vom 14.7.1998)
  • Der Leserbrief sollte kurz sein.
  • Man sollte nicht unterschiedliche Aspekte in einem Leserbrief unterbringen, sondern einen wichtigen Aspekt heraussuchen und diesen überzeugend darstellen.
  • Die Meinung, die man vermitteln will, sollte deutlich und klar erkennbar sein.
  • Der Leserbrief sollte verständlich geschrieben sein. Dabei muss man berücksichtigen, dass ein Leser bei der Lektüre des Leserbriefes evtl. erstmals mit dem Thema bekannt wird, d. h. dass er den Artikel, auf den sich der Leserbrief bezieht, überhaupt nicht gelesen hat. Das bedeutet: Im Leserbrief muss kurz die Problematik verdeutlicht werden, zu der man Stellung bezieht.
  • Der Leserbrief muß mit Namen, Adresse und Unterschrift versehen werden. Anonyme Leserzuschriften werden nicht veröffentlicht.

5.2. Leserbriefe von Kursteilnehmern

Zu Ihrem Bericht "Fünf Berliner Jungs klauen in Bielefeld" vom 14.7.1998:

In ihrem Zeitungsbericht befasst sich die Autorin mit der Problematik der Resozialisation von fünf Berliner Jungen in Kanada und in der Karibik. Aus der Sicht der Autorin ist dieser Versuch gescheitert, da die Jugendlichen auch nach der 12monatigen Reise und der eigenen Wohnung und dem Ausbildungsplatz (oder Schule) wieder kriminell geworden sind.

Ich denke aber, dass man nicht aufgrund der neu begangenen Straftaten sagen kann, dass die Therapiereise nutzlos war und nur Geld vergeudet wurde. Wie soll man denn einen Jugendlichen, der 16 Jahre lang die falsche Erziehung oder das falsche Umfeld ‚genossen‘ hat, in nur 12 Monaten heilen? Der Resozialisationsprozess braucht Zeit und ein erster Schritt wurde mit dieser Fahrt gemacht.

In dem Artikel wird nicht deutlich, was sich während der Fahrt bei den Jugendlichen verändert hat. Die zahlreich geführten Gespräche und die Abgeschiedenheit haben sicherlich Veränderungen im Denken und Handeln hervorgerufen. Man kann nicht sagen, dass die Reise zwecklos und unnütz war, nur weil die Jungen wieder straffällig geworden sind. Wir wissen nämlich nicht, ob die Jugendlichen – nach einer kostenträchtigeren Therapie in einem Heim in Deutschland – nicht auch wieder straffällig geworden wären. (Rehana Rühmann)

Zu Ihrem Bericht "Fünf Berliner Jungs klauen in Bielefeld" vom 14.07.1998:

Meiner Meinung wird eine negative Einstellung der Autorin gegenüber der Therapiereise deutlich, um deren Erfolge oder Misrfolge es in dem Bericht geht. Sie listet nur die Fälle auf, bei denen eine solche Therapiereise keinen Erfolg hatte, also die in der Gruppe erneut straffällig wurden. Sie hat meiner Meinung nach zu wenig Hintergrundwissen über solche Therapiereisen, da sie nichts davon erwähnt, was die Jugendlichen in dem einen Jahr im Ausland, in der Wildnis, lernen sollen und wirklich gelernt haben. Da die Jugendlichen fast auf sich allein gestellt sind, müssen sie sich gegenseitig helfen, in der Gruppe arbeiten und Verantwortung übernehmen. Weil die kanadischen Betreuer ihnen zur Seite stehen und sie in der Gemeinschaft leben, können sie lernen, sich unter Hilfestellung in eine kleine Gesellschaft einzugliedern. Durch die Abgeschiedenheit in der Wildnis und auf dem Meer können sie nicht von anderen Dingen abgelenkt oder von anderen zu kriminellen Handlungen verleitet werden. Ebenso haben sie viel Zeit, um über ihre Probleme nachzudenken und über ihre Ängste und Probleme mit anderen zu sprechen. (Martha Koj)

6. Internet-Adressen

Während der Suche im Internet wurden die folgenden Internetadressen gefunden:

http://www.access.ch/psychonline/on OG.htm

http://www.gesundheit-psychologie.de

http://gwg-ev.org/menu.htm

http://www.psychiatrie.de

http://www.psychiatrie.de/therapie/gespr.htm

http://WWW.PSYCHO-ANALYSE.DE

http://www.psychotherapie.htm

http://www.psy-online.de/psychotherapie/gtinfo.htm

http://www.uni-koeln.de/phil-fak/fs-psych/serv-pro/gt.htm

http://user.fachdid.fu-berlin.de/Krieg/Rogers/indexhtml

htm://www.signlang.uni-hamburg.de/Projekte/Plex/Plex/lemmata/Oberberger/psycholo.htm

htm://www.signlang.uni-hamburg.de/Projekte/Plex/Plex/lemmata/R-lemma/Rogers-.htm

htm://www.signlang.uni-hamburg.de/Projekte/Plex/Plex/lemmata/V-lemma/Verhal02.htm

htm://www.signlang.uni-hamburg.de/Projekte/Plex/Plex/lemmata/G-lemma/Gruppent.htm

 

Die in blauer Schrift ausgeführten Beiträge sind von Werner Pötting.

© Das Copyright liegt bei den Autoren der betreffenden Einzelbeiträge.