12. Dezember

 

 

Coming home for Christmas

 

Diese wunderschöne Gegend. Dieses Geräusch des tropfenden Regens an den Fenstern. Ich liebe dieses Gefühl, diese kleinen kalten und nassen Regentropfen auf der Haut zu spüren. Wie das Wasser langsam an der Fensterscheibe herunterläuft und dabei zu einem immer größer werdenden Tropfen heranwächst. Dieser Geruch der Frische und der Natur. Wie eigentlich jedes Jahr um diese Zeit.

Aber ich liebe meine Heimat. Diese Häuser, diese Straßen. So viele schöne Erinnerungen und Erlebnisse. So viel Spaß und lange Abenden zusammen mit Freunden. Zum Teil schon sehr verrückte, aber dennoch unvergesslich. Und meine erste richtige Liebe, mein erster Kuss. So viele Augenblicke, für die man alles geben würde, die man sich so gerne zurückwünscht, die aber doch so fern sind…

Wenn diese Zeit nur ewig andauern würde und ich für immer in meinen Träumen und Erinnerungen bleiben könnte. In einer Welt, die noch nicht verdorben und noch nicht verbraucht ist. In einer Gesellschaft, in der man sich wohl fühlt, mit wahren Freunden, ohne ständigen Zeitdruck und Aufgaben, die man erledigen oder Geschenke, die man kaufen muss. Sich endlich wieder mit den Menschen treffen können, die einem wirklich etwas bedeuten und mit ihnen bis tief in die Nacht zusammen sein und einfach den Moment der Freiheit, der Gemeinsamkeit, des Glücks genießen. Mit Menschen die einen verstehen und sich nicht aus dem Weg gehen und ignorieren, wenn man ihnen über den Weg läuft.

Wo sind sie nun und warum hätte es nicht für immer so bleiben können wie es war. Mit ihnen, mit den Menschen, die ich geliebt habe und immer vermissen werde. Aber jetzt, jetzt ist es ja schon wieder so weit. Meine Familie, meine alten Freunde. Jedes Jahr zur selben Zeit am gleichen Ort…

Wie schön wäre es, wenn man diese Augenblicke über das ganze Jahr hinweg genießen könnte. Momente, bei denen man überhaupt erst spürt, dass man am Leben ist. Erlebnisse, die das eigene Leben überhaupt erst lebenswert machen und der einzige Grund sind, sich überhaupt jeden Tag aufs Neue aus dem Bett zu quälen. Diese unvergesslichen und doch so ersehnten Augenblicke. Aber trotzdem, trotzdem liebe ich meine Heimat…

 

Jan Bohnenkamp, Q1, Literaturkurs von Frau Gramlich