Vernissage 2010

Oberstufenschülerinnen des GSN stellen aus

"Was macht die Kunst?", fragt der Prinz in Lessings bürgerlichem Trauerspiel Emilia Galotti den Hofmaler Conti. Und dieser antwortet: "Prinz, die Kunst geht nach Brot."
Brot- und Gelderwerb standen und stehen bei den Schülerinnen des GSN bei der Ausstellung ihrer Kunstwerke im St.-Josefs-Krankenhaus allerdings nicht im Vordergrund, sondern die Freude am kreativen Schaffen und an einer durchdachten Präsentation ihrer Werke der bildenden Kunst.
Ohne Mäzene, zumindest ohne Förderer sind heutzutage öffentlichkeitswirksame Ausstellungen von jungen, weitgehend noch unbekannten Künstlern kaum zu bewerkstelligen. Ausstellungsgebäude, Ausstellungsflächen und Publikum stellen in letzter Zeit nicht so sehr Museen, Galerien und Artotheken zur Verfügung; eher ungewohnte Räumlichkeiten findet man in letzter Zeit auch in Behörden, Arztpraxen und eben auch in Krankenhäusern - und dort in Treppenhäusern, Gängen und Warteräumen, wo Patienten, Personal und Besucher sich an den großen und kleinen Gemälden erfreuen.

Schon seit längerer Zeit fördert das St.-Josefs-Krankenhaus in Salzkotten heimische Künstler mit unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen. Dieses Mal waren junge Künstlerinnen aus den Jahrgangsstufen 12 und 13 des GSN an der Reihe, ihre Kunstwerke in den Räumlichkeiten des GSN zu präsentieren - sehr zur Freude von Dr. Gerhard Sandmann, dem Ärztlichen Direktor des St.-Josephs-Krankenhauses, der die jungen Künstlerinnen mit ihren Werken ins Sälzer Krankenhaus holte.
Am Donnerstag, 25. November 2010, eröffnete Dr. Sandmann mit seiner Begrüßungsrede und Laudatio die Vernissage, die unter dem Motto "Auf den Spuren der Künstler" stand. Dr. Sandmann würdigte nicht nur das Engagement der jungen Damen außerhalb des alltäglichen Unterrichts, sondern auch die ästhetische Qualität der Werke und die Vielfalt an Themen, Materialien und Techniken.

Für Qualität bürgt im Hintergrund ein wichtiger und bekannter Name: der Paderborner Künstler Hyazinth Pakulla. Unter seiner Leitung wurde das "Landesprogramm "Kultur und Schule" am GSN wirkungsvoll in die Praxis umgesetzt. Am Ende einer intensiven künstlerischen Arbeit sorgten die 10 begabten Künstlerinnen zusammen mit Herrn Pakulla dafür, dass die über 60 Exponate einen guten Platz auf den Freiflächen im "Josef" bekamen.

Nach der Ausstellungseröffnung stellten die jungen Damen in zwanglosen Einzel- und Gruppengesprächen ihre Kunstwerke vor, erläuterten kunsthistorische Hintergründe, künstlerische Vorbilder und eigene Absichten. Annekathrin Thissen, Referentin für Kommunikation und Marketing u.a. am Josefs-Krankenhaus, befand, dass bei den Oberstufenschülerinnen ihr kunsthistorisches Wissen und ihr praktisches Arbeiten über das Schulcurriculum hinausgehe und zudem ein überzeugender Theorie-Praxis-Bezug lebendig gemacht werde.
Was macht (also) die Kunst? Frei nach F. Schiller: Schönes, Gutes und Wahres!

Fotos: Rainer Sroka und Annekathrin Thissen
Text: Rainer Sroka

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