Kunst geht (ausnahmsweise) nicht nach Brot

Kunst geht (ausnahmsweise) nicht nach Brot

Märchenhaftes im Treppenhaus des GSN

Wer verbringt schon seine Freizeit während der Abiturprüfungen freiwillig in der Schule? Entweder hat jener Künstler eine besondere soziale und idealistische Ader oder ein ureigenes Nützlichkeitsinteresse, der Schule Verschönerungsarbeiten, die seit Jahren nicht erfolgt sind, abzunehmen. Für Anke Klahold ist dies nicht eine Frage des Entweder-Oder, sondern des Sowohl-als-Auch. Die angehende Abiturientin hat es sich zum Ziel gesetzt, im Treppenaufgang unserer Schule, der vorzugsweise von den Fünftklässlern genutzt wird, ein großformatiges Gemälde zur Freude der Vorübergehenden zu hinterlassen. Angesichts des Interesses unserer Fünfer an fantastischen Themen und Stoffen verwundert es nicht, dass sich die Künstlerin Anke mit Themen und Motiven aus allseits bekannten Märchen auseinandersetzt und auf die Wand zaubert. Die 15 m² für das großformatige Bild hat Anke zunächst vorbereitet, dann gerastert und die Motive umrisshaft mit Bleistift aufgezeichnet. Mit Abtönfarbe hat sie zunächst eine Hintergrundlandschaft für ihre zahlreichen Andeutungen von zumeist deutschen Märchen, bekannt aus der Sammlung der Gebrüder Grimm, gemalt: Schneewittchen, Dornröschen, Frau Holle, Hänsel und Gretel, Rapunzel, Cinderella, usw.. Aber sie arbeitet auch mit diesem großen Gemälde für die Aufnahme für die Hochschule Karlsruhe. Dort möchte sie im Bereich der Szenographie ihre künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten ausbauen, um später einen Arbeitsplatz bei Film oder Fernsehen in der Kulissengestaltung zu bekommen. Wunschunternehmen von ihr sind der WDR, der NDR oder eine neue Filmproduktion. Ihr Gemälde ist wichtiger Bestandteil ihrer Bewerbungsmappe, die sie zur Immatrikulation an der Hochschule für Szenologie vorlegen muss.
Chapeau für ein sehr gelungenes Kunstwerk, das noch nicht das Brot bringt, aber alle Türen für ihre Zukunft öffnen könnte, wenigstens aber etwas Bleibendes für die Schule ist.



Text: Rainer Sroka
Gestaltung: Nelli Schachtschneider