Laudatio

Laudatio auf Johannes Gutenberg

Am 3. Februar 2000 hielt der Bürgermeister von Mainz folgende Rede zu Ehren von Johannes Gutenberg:

"Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich habe nun die Ehre, Ihnen den erstaunlichen Werdegang eines uns allen bekannten Künstlers, Johannes Gutenberg, vorzustellen. Seine Geschichte begann in seinem Geburtsjahr 1400 in Mainz. Gutenberg wurde als Sohn einer Patrizierfamilie geboren. Die Kindheit, die er verlebte, war geprägt von Glück und Zufriedenheit. Doch 1428 wurde unter Erzbischof Konrad III. die Abschaffung patrizischer Privilegien für Handwerkerzünfte verlangt. Infolgedessen wanderte er mit 28 Jahren nach Straßburg aus, wo er Edelsteinschleiferei und die Herstellung von Spiegeln mittels Presse und Form aus Blei betrieb. Über diese Arbeiten kam er vermutlich zur Anfertigung von Stahlstempeln, Metallmatrizen sowie einem Gießinstrument, Druckerfarbe, einer Metalllegierung und anderem Handwerkszeug für die Druckerei. 1438 gründete er eine Arbeits- und Geschäftsgemeinschaft in Straßburg, die wahrscheinlich auch Versuche zum Buchdruck anstellte. Hier konstruierte Gutenberg ein Handgießinstrument zur Herstellung von verschiedenen Drucktypen; er wurde damit zum Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen, auswechselbaren Lettern. Aufgrund dieser einmaligen Erfindung und der Unterstützung von Johann Fust, der ihm zweimal 800 Gulden lieh, druckte er im Jahre 1452 die berühmte 42-zeilige Bibel. Kurz vor der Fertigstellung jedoch klagte Fust das geliehene Kapital ein und der größte Teil der Werkstatt ging in Fusts Besitz über. Gutenbergs letztes Werk war eine Catholicon des Johannes de Balbis aus Genua. Als der Kurfürst Adolf von Nassau Gutenberg zu seinem Hofmann ernannte, übergab dieser seine Werkstatt an Verwandte. So endete seine vorerst unglaubliche berufliche Karriere.

Hiermit danke ich Johannes Gutenberg für seine bahnbrechende Erfindung des Buchdrucks."