2008 Vortrag Projektleitung 03.11.2008

Da es insbesondere für einen Informatikstandort wie Paderborn wichtig ist, qualifizierte Fachkräfte zu erhalten, wurde die Initiative „Paderborn ist Informatik“ (PIT) ins Leben gerufen. Diese soll das Interesse an der Informatik und den damit verbundenen Tätigkeitsbereichen stärken und Kontakte zwischen Schulen und den beteiligten Unternehmen herstellen.
Im Rahmen dieses Projektes bietet das Paderborner IT-Unternehmen S&N – wie zuvor bereits das im Bereich der Logistik arbeitende Unternehmen TEAM – eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Projektmanagement“ an, zu der interessierte Schülerinnen und Schüler herzlich eingeladen sind. So trafen sich dort am 04.11.2008 um 15.30 Uhr auch 7 Schülerinnen und Schüler des GSN, begleitet von ihrer Informatiklehrerin Frau Nicolin-Sroka, um an der Auftaktveranstaltung teilzunehmen.  

Herr Port, der zur Zeit selbst bei S&N als Projektleiter tätig ist, führte zu Beginn in sehr anschaulicher Weise in das Thema des Projektmanagements ein. Dabei unterstrich er in besonderer Weise die oft unterschätzte Bedeutung dieses Bereiches, So nimmt etwa die eigentliche Programmierarbeit in einem „normalen“ Projekt durchschnittlich nur etwa 60 bis 70% der gesamten Arbeit ein. Der Rest entfällt unter anderem auf Organisation, Gesprächen mit dem Kunden, Qualitätssicherung oder Gewährleistung.

Daraufhin erläuterte er zwei unterschiedliche Modelle, nach denen ein Projekt organisiert und geplant werden kann: das Wasserfall-Modell und das neuere SCRUM-Modell. Das heute nicht mehr bzw. kaum noch verwendete Wasserfall-Modell besagt, dass zu Beginn des Projektes ein Ziel mit dem Kunden vereinbart und nach Abschluss das entstandene Produkt diesem vorgestellt wird. Dabei tritt allerdings oft das Problem auf, dass das letztendlich entstandene Ergebnis gar nicht mehr den inzwischen veränderten Wünschen des Kunden entspricht und im ungünstigsten Falle nicht mehr angenommen wird. So können sich zum Beispiel infolge einer veränderten Gesetzeslage oder aufgrund von außerordentlichen Ereignissen wie die aktuelle Finanzkrise die Anforderungen an das Produkt ändern. Eine Verweigerung der Abnahme durch den Kunden stellt einen nicht unbeträchtlichen finanziellen Verlust für das Unternehmen dar, der durch bessere Planung und Kommunikation hätte vermieden werden können. Diese Probleme sollen durch das SCRUM-Modell gelöst werden. Bei diesem steht die Kommunikation mit dem Kunden noch weiter im Vordergrund, und das Projekt wird in sogenannte „Sprints“ unterteilt, am Ende derer die bis dahin erarbeiteten Ergebnisse dem Kunden vorgestellt werden. So können auch während der Arbeit am Projektauftrag noch Veränderungen am Projekt vorgenommen bzw. berücksichtigt werden, so dass das am Ende entstandene Produkt auch den Vorstellungen bzw. Anforderungen des Kunden entspricht.

Am Ende der hochinteressanten Veranstaltung gab es dann schließlich noch die Möglichkeit, Fragen zu verschiedensten Aspekten der vorgestellten Thematik zu stellen, was von den Besuchern auch intensiv genutzt wurde. Außerdem gab Herr Port noch einen Überblick über das Unternehmen S&N sowie über verschiedene im Hause angebotene Ausbildungsmöglichkeiten.

Insgesamt waren alle Schülerinnen und Schüler begeistert von der Auftaktveranstaltung, so dass sie wohl auch die folgenden vier Veranstaltungen, die noch nach dem normalen Unterricht stattfinden, mit großer Motivation besuchen werden. Vor diesem Hintergrund sei bereits jetzt ein herzliches Dankeschön für diese Möglichkeit, Einblicke in aktuelle Projektplanungs und –durchführungstechniken sowie in Grundtechniken der Softwareentwicklung zu gewinnen, an den Vortragenden Herrn Olaf Port und an die Fa. S&N gerichtet, die schon mehrfach Schülerinnen und Schüler das GSN zu interessanten Informationsveranstaltungen eingeladen hat.

Fotos: Eva Nicolin-Sroka
Text und Gestaltung: Christoph Rüthing und Eva Nicolin-Sroka