Gedichte: Paul Fleming

Paul Fleming: Wie er wolle geküsset sein

Das gegensätzliche Lebensgefühl des Barock äußert sich auch in seiner Lyrik: Memento mori (Absage an die vergängliche Welt und Hinwendung zum Jenseits) und Carpe diem (Sinnenfreude und Lebensgenuss). Die Einstellung des "Nutze-den-Tag" zeigt sich ganz deutlich in Paul Flemings heiter-ironinschm Liebesgedicht "Wie er wolle geküsset sein". Zwei Schüler der Deutsch-Grundkurses 11D-G2, der jetzt von Herrn Sroka geführt wird, formulieren in Anlehnung an Fleming im Stil unserer Zeit einen ebenso witzigen, ironisch-spöttischen Text. Von der Romantik und Inbrunst,  von der "Der Kuss" bei August Rodin in seiner gleichnamigen Marmorplastik beseelt ist, bleibt kaum noch etwas übrig. Oder steckt hinter aller Ironie und Häme doch die große Sehnsucht nach dem tiefen, wahrhaftigen Gefühl?