2004/2005 USA

10 Monate Mississippi –
I HAD the time of my life!


 
Am 5. August 2004 war endlich die Zeit für mich gekommen meine große Reise anzutreten. Natürlich war der Abschied von meiner Familie und auch von meinen Freunden total schwer, aber als ich dann voller Aufregung im Flugzeug saß, das mich in die Vereinigten Staaten von Amerika bringen sollte (das hört sich doch schon so cool an, oder?) konzentrierte ich mich nur noch auf das Kommende. 
Ich freute mich so auf die nächsten 10 Monate, die ich in Columbus, Mississippi, verbringen sollte. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ich schon seit Januar mit meiner Gastmutter in Kontakt stand und hatte daher ein gutes Gefühl. Dieses bestätigte sich auch sofort nachdem ich vom Flughafen abgeholt worden war und einige Stunden mit ihr verbracht hatte. Nun konnte ich erst einmal glücklich in mein Bett fallen (immerhin war ich von Paderborn über Frankfurt nach Dallas und schließlich nach Columbus geflogen).
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, richtig? Nach nur ein paar Tagen kam alles anders. Es stellte sich heraus, dass meine Gastmutter starke finanzielle Probleme hatte, so dass wir weder Telefon noch Strom hatten. Obwohl wir uns immer noch gut verstanden, überwogen die Probleme und gemeinsam beschlossen wir, dass ein Umzug wohl besser wäre – für beide von uns. 
Deshalb zog ich erst mal übergangsweise zu meinem Area Rap (die Person der Organisation, die sich um mich kümmerte). Aber was sollte jetzt werden? Viele Fragen wie „Bei wem soll ich denn jetzt wohnen?“ und „Muss ich meine Schule wechseln?“ schwirrten in meinem Kopf herum. Doch auch diese Probleme waren schnell gelöst, immerhin war ich in Mississippi, der Staat, der auch als „Hospitilitystate“ berühmt ist. 
Am selben Abend hatte meine Spanischlehrerin angeboten, dass ich bei ihr einziehen könne. Von diesem Zeitpunkt an war mein Austauschjahr nur noch ein Traum. Meine neue Gastfamilie, die Stanback’s, waren die Allerliebsten und nahmen mich auch sofort in ihrer Familie auf. 
Mein kleiner Gastbruder John-Neil (8) hielt mich immer auf Trapp, meine Gastschwester Rachel (11) und ich hatten immer was zu reden, meine Gastmutter Courtney war immer für mich da und mein Gastvater John zeigte mir viele neue Sachen auf seinen Motorradtrips.

 

Auch das Haus, in dem ich jetzt lebte, war ein einziger Traum (was sicherlich auch durch den Pool im Garten bedingt war :-) ) und ich fühlte mich gleich pudelwohl. 
Ich hatte zu dem noch das Glück, dass meine Gastfamilie oft etwas unternahm.
Wir machten manchmal Ausflüge nach Alabama, wir fuhren über Thanksgiving nach Tennessee und nach Silvester flogen wir nach Florida auf die Hochzeit meines Gastonkels. Es war wirklich nur „awesome“.

 

Ein anderer großer Teil meines Aufenthaltes war natürlich bestimmt durch die Schule. Mit beinahe 90% schwarzen Schülern sah der Schultag an der Columbus High School allerdings ein bisschen anders aus, als auf dem Gymnasium Schloss Neuhaus. Wie man sich denken kann, war also der größte Unterschied die Kultur zwischen den Schwarzen und den Weißen, aber ein Problem war das auf keinen Fall, sondern ich fand es sehr interessant mal was anderes zu sehen und mitzuerleben (wie es ja eigentlich das ganze Jahr über war!) 
Zur Schule selber ist zu sagen, dass man sich den Unterricht entweder sehr leicht machen kann (man kann z.B. Theater, Tanzen, Singen und eine Freistunde wählen) aber auch sehr anspruchsvolle Kurse wählen kann (z.B. Biologie oder Mathe der Oberstufe usw.). Ich persönlich hatte es mir da eher leichter gemacht :-), was mir daher aber auch genug Zeit gab an sozialen Events teilzunehmen. Anfang des Jahres spielte ich für das CHS Volleyballteam, im Winter gingen die Proben für das Schulmusical ‚Footloose’ los, und am Ende des Jahres spielte ich für das Tennisteam der Schule. All diese Aktionen halfen mir, mich in dem amerikanischen Alltag schnell und gut zurechtzufinden und auch dazu zu gehören.

 

Ich traf viele neue Leute und es entwickelten sich enge Freundschaften. 

 

 

Ein anderer wichtiger Teil meines Lebens war und ist die Kirche. 
Da ich in einer sehr christlichen Gastfamilie lebte, ging ich ca. dreimal die Woche zur Kirche. Das können sich viele von euch wahrscheinlich nicht vorstellen, aber ich hatte so viel Spaß dort in der Kirche oder auf Veranstaltungen, zu denen ich mit der kirchlichen Jugendgruppe ging. Kirche ist dort drüben viel „cooler“. Man trifft seine Freunde und es werden viele Sachen unternommen. Ich war z.B. Ende des Jahres für eine Woche in Florida, Anfang des Jahres fuhren wir in ein Camp und Sonntags abends nach der Messe gingen wir entweder bowlen, essen, Volleyball spielen oder schwimmen!
Ich könnte eigentlich noch stundenlang weiter schwärmen. Für mich war dieses Jahr einfach nur eine super Erfahrung!
Ich hoffe, dass ich für diejenigen, die sich überlegen ins Ausland zu gehen, überzeugend klinge, denn dieses Jahr war einfach das aller, aller, ALLER coolste Jahr. Ich habe so viele neue Sachen erlebt, habe so viele neue Leute kennen gelernt und wirklich 
ein zweites Zuhause gefunden! Wenn IHR offen für Neues seid,
dann rate ich euch diese Chance zu nutzen und auch Ihr werdet dann ein unvergessliches Jahr erleben, dass Ihr nie vergessen werdet!!!
Wenn ihr noch Fragen habt, dann könnt ihr mir einfach unter AndreaHoeveken@gmx.de schreiben!
 
Text und Fotos: Andrea Höveken
Gestaltung: Julia Reinsch   



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